Der Bürgermeister informiert KW 19

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Diskussion, wie es in Zeiten der Corona-Pandemie weitergeht, bestimmt momentan den politischen Diskurs. Hier ein erstes Fazit und ein Ausblick von mir:

Der Fluch des erfolgreichen Handelns Wohin geht jetzt der Weg?

Keine vollen Intensivstationen mehr, zum Glück bisher ohne Triage in der Rechbergklinik in Bretten und der Fürst-Stirum-Klinik in Bruchsal ausgekommen und Todeszahlen, die im Vergleich mit Ländern wie Italien, Spanien, Frankreich, Schweden oder den USA äußerst niedrig sind. Hätten wir die Sterblichkeitsrate von Großbritannien müssten wir bei uns rd. 60.000 Tote beklagen. Das Gezedere wäre groß – zurecht.

Aber nun höre ich vermehrt Stimmen bzw. lese: „Die Ausgangsbeschränkungen, Schließung der Schulen und der Kitas und andere Anti-Corona-Maßnahmen waren überhaupt nicht notwendig“. Die Zahl derer, die so denken, wird in diesen Tagen scheinbar größer, zumindest lauter.

Und ich verhehle ja gar nicht, dass auch mich jedes Verbot schmerzt und manches sehr weit geht in Sachen Einschränkung der Grundrechte. Der Anblick von abgesperrten Spielplätzen oder von Seniorinnen und Senioren, die aus den Fenstern des für Besucher gesperrten Seniorenhauses „Schlossblick“ schauen, wenn ich davor etwas abstellte, das hat auch mich traurig gemacht. Insofern sind die angekündigten bzw. inzwischen umgesetzten Lockerungen auch auf diesen Feldern sehr sinnvoll.

Aber tappen wir bitte nicht in die ausgelegte Falle von vermeintlichen Besserwissern, von ins mediale Rampenlicht drängenden Ärzten und Wissenschaftlern, welche bisher nicht wirklich zu den Koryphäen ihrer Zunft gehört haben.

Ohne Frage, präventive Maßnahmen wie sie von Bund und Ländern temporär verordnet wurden, hatten und haben für die Bevölkerung als Ganzes einen hohen gesundheitlichen Nutzen, bringen aber dem einzelnen Menschen oft nur wenig oder schaden ihm gar, speziell, wenn er nicht zu einer Risikogruppe zählt. Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder Isolation von Kindern und Senioren lassen grüßen. Ich weiß das sehr wohl.

Ein Stück weit geht es, wenn man so will um Geld oder Leben. Und unsere Regierungen im Bund und in den Ländern haben sich verantwortungsvoll in einer unsicheren Zeit mit einem unsichtbaren Virus für das Leben entschieden. Zum Glück für jeden von uns. Denn somit blieb die Zahl der Infizierten niedrig. Und dass diejenigen, die dennoch an Covid19 erkrankt waren und sind, teilweise Schlimmes durchgemacht haben und nicht nur Atembeschwerden hatten, darüber sollten die Betroffenen eigentlich jeden Tag an prominenter Stelle die „Ungläubigen“ unterrichten.

Die Verstorbenen können dies leider nicht mehr. Jedes Leben ist lebenswert, das war in unserer Geschichte nicht immer so.

Mir ist klar, in der Bekämpfung der Pandemie provozieren die Verantwortlichen auch Widerspruch. Logisch. Denn wer ein bis dato unbekanntes Virus bekämpfen will, der muss schwerwiegende Maßnahmen am besten zu einem Zeitpunkt ergreifen, wenn die Zahl der Infizierten noch niedrig ist.

Gelingt das wie bei uns, dann ist die Gesundheitskatastrophe eben nicht wirklich da. Zum Glück, hurra sie fällt aus. Und mancher fragt danach, ob die Politik nicht wie Don Quijote gegen Windmühlen gekämpft und dabei maßlos überzogen hat, neue Probleme verursacht hat. Dann hagelt es Kritik, gerade weil das Massensterben ausblieb und vor allem, wenn die Pandemiebekämpfung erhebliche wirtschaftliche Folgen hat und in die Zukunft hinein haben wird. Aber meines Erachtens wurde in den letzten zwei Monaten richtig und konsequent gehandelt.

Nun ist in der Tat jedoch der Zeitpunkt gekommen, wo der weitere Weg diskutiert werden muss, wo wir um die einzuschlagende Richtung demokratisch ringen müssen. Schließlich haben wir eine Einschränkung unserer Bewegungsfreiheit, der Bildung und der Berufsausübung. Einiges wurde in den letzten Tagen wieder „normalisiert“ und ich bin gespannt auf die nächsten Ergebnisse von Bund und Länder.

Wenn wir diskutieren, und das gehört zur Demokratie, dann lassen Sie uns dies weiter respektvoll und sachlich tun wie bisher. Auch jetzt kommt es auf das Miteinander an. Denn nach wie vor haben 4.000 Gondelsheimerinnen und Gondelsheimer Verantwortung für 4.000 Gondelsheimerinnen und Gondelsheimer. Und nicht einer von uns hat leider das unumstößliche Patentrezept für diese Krise, die noch nicht überstanden ist!

Dennoch oder gerade deswegen bin froh, in dieser schwierigen Zeit in Deutschland zu leben.

Ihr
Markus Rupp, Bürgermeister

Zutritt zum Gondelsheimer Rathaus seit Beginn der Woche unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wieder möglich

Hier noch einmal die seit Montag (4. Mai) geltenden Regeln:

  1. Vor dem Besuch im Rathaus muss eine telefonische Anmeldung bei dem jeweiligen Mitarbeiter/der jeweiligen Mitarbeiterin erfolgen. Da die Termine nur in größeren Räumlichkeiten und nicht in den einzelnen Büros stattfinden können, wird um rechtzeitige Anmeldung gebeten.
  • Besucher/-innen mit Erkältungssymptomen und/oder Fieber ist das Betreten des Rathauses untersagt.
  • Die Termine finden unter Wahrung des erforderlichen Sicherheitsabstands und der geltenden Hygienevorschriften statt.
  • Besucher/-innen des Rathauses werden aufgefordert, mindestens eine einfache Alltags-Maske zu tragen (wir bieten Ihnen für den Besuch im Rathaus auch eine Maske zum Selbstkostenpreis von 3 Euro an – bitte bei telefonischer Anmeldung angeben!).
  • Besucher/-innen haben sich bei Betreten des Rathauses in der Schleuse (Toilette neben Bürgerbüro) die Hände zu waschen.
  • Jeder Mitarbeiter/jede Mitarbeiterin hat die Besucher/-innen zur Nachverfolgung intern zu dokumentieren.
  • Die Dauer eines Termins ist so gut wie möglich zeitlich zu begrenzen.
  • Nicht angemeldete Besuche werden nicht akzeptiert.

Mehrweg-Masken im 5er Pack zu 15 Euro Selbstkostenpreis weiterhin im Rathaus zu erwerben Masken gibt es auch bei Dr. Fella und Apotheke

Wie in der vergangenen Woche bereits mitgeteilt, hat die Gemeinde Gondelsheim eine Lieferung von mehrfach nutzbaren, waschbaren Masken erhalten. Produziert in einer Firma von Hans-Jürgen Deuerer.

Diese Masken bieten wir Ihnen zum Selbstkostenpreis im 5er-Pack zu 15 Euro an. Sie werden über das Fester des Bürgerbüros zur Bruchsaler Straße verkauft. Bitte halten Sie die 15 Euro abgezählt bereit.

In den letzten Tagen haben wir bereits zahlreiche Masken-Pakete an die Bevölkerung veräußert.   

Hochwertige Masken mit Vlies gibt es auch nach wie vor bei Dr. Fella im online-Shop zu bestellen und jetzt auch wieder direkt im wiederöffneten Ladengeschäft in der Bruchsaler Str. 81 zu erwerben. Und auch unsere Einhorn-Apotheke veräußert nach wie vor Masken.

Sonderauflage„Masken mit Gondelsheim-Wappen“ Ab Montag erhältlich!

Vor gut einer Woche überraschte mich Herr Timo Pfitzenmeier mit sechs Masken des Modells „Gondelsheim“ – genäht von seiner Schwiegermutter Helga Comes. Eine tolle Aktion. Die Masken habe ich umgehend an die Mitglieder unseres Krisenstabs verteilt.

Die Nachfrage aus der Bevölkerung nach Masken mit Gondelsheimer Wappen ist nach Veröffentlichung der Fotos in den Social Media sehr hoch. So hoch, dass Herr Pfitzenmeier leider nicht nachlegen konnte.

Auf unseren Wunsch hin produziert nun Herr Dr. Fella die Maske mit Wappen in einer Sonderauflage. 50 weiße und 50 schwarze Mehrweg-Masken mit eingenähtem Vlies und aufgedrucktem Gemeindewappen stehen nun als quasi Unikate zum Verkauf (ebenfalls über das Bürgerbüro) und zwar für 12 Euro das Stück.

Wer eine solche Maske – hoffentlich auch einmal als Erinnerungsstück für die überwundene Pandemie – erwerben möchte, hat nun ab Montag, 11. Mai 2020 (Nachmittag) dazu die Gelegenheit.

Musik und Gesang in Gondelsheim

Auch wieder am 10. Mai 2020 auf den Balkonen und an den Fenstern

Hochgerechnet 2.000 Gondelsheimerinnen und Gondelsheimer, aber auch zahlreiche auswärtige Zuhörer haben das sagenhafte online-Konzert am vergangenen Sonntag mit „Graceland – Simon & Garfunkel Tribute Duo“ gesehen. Gesponsert von Familie Fella und technisch perfekt umgesetzt von „We are Nerdish“ aus Gondelsheim wird das Konzert ganz sicher einen Platz in der Gondelsheimer Musikgeschichte finden.

Für den kommenden Sontag war eine weitere Überraschung vorgesehen. Aufgrund des angekündigten miesen Wetters wird diese nun auf die Woche darauf verschoben.

Nun heißt es ein bisschen zu improvisieren:

Als erstes wollen wir jetzt Punkt 18.00 Uhr mal auf dem Balkon, am Fenster oder im Hof/Garten für zwei Minuten kräftig applaudieren – für alle Mütter der Welt, schließlich ist Muttertag.

In den Applaus schließen wir auch die segensreiche Arbeit in den letzten Wochen aller medizinischen und pflegerischen Kräfte in Gondelsheim und z.B. in den Krankenhäusern in Bretten und Bruchsal mit ein.

Anschließend wollen wir unsere Mamas mit dem Klassiker „Mamma Mia“ von Abba huldigen. Gerne mit einem Instrument, der eigenen Stimme oder mit technischer Unterstützung aus der Konserve oder in Kombination von allem.  

Vom Landkreis betriebene Wertstoffhöfe und Grünabfallsammelstellen in Gondelsheim wieder zu den in den Abfuhrkalendern veröffentlichten Zeiten geöffnet

In Folge der steigenden Coronafälle mussten die Wertstoffhöfe und Grünabfallsammelstellen, die der Abfallwirtschaftsbetrieb in acht Städten und Gemeinden selbst betreibt, vorübergehend geschlossen werden. Die strengen Vorschriften zum Infektionsschutz konnten bei den sehr vielen Anlieferungen im Rahmen des gewohnten Anlieferbetriebs nicht umgesetzt werden, so dass die Gefahr der Weiterverbreitung von Infektionen bestand.

Danach wurden die Abläufe neu strukturiert und seither gelten für die Sammelstellen im Landkreis auf die Abstands- und Hygienebestimmungen angepasste Verhaltensregeln für die Anliefernden. Seit Anfang April sind die Wertstoffhöfe und Grünabfallsammelstellen im Landkreis Karlsruhe bis auf wenige Ausnahmen wieder geöffnet, aber häufig zu anderen Zeiten. Die zum Infektionsschutz gegen das Corona-Virus getroffenen Maßnahmen haben sich gut bewährt. Die Anliefernden halten sich an die Regeln. Trotz der starken Nutzung gibt es keine Beschwerden, dass gegen Abstands- und Hygienevorgaben verstoßen wurde oder dass einzelne Sammelstellen völlig überlastet wären.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel hat daher entschieden, dass die Sammelstellen in denjenigen Städten und Gemeinden, die der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises selbst betreibt, beginnend ab dem 12. Mai wieder an den in den jeweiligen Abfuhrkalendern für 2020 abgedruckten Tagen und Zeiten geöffnet werden.

Die Sammelstellen des Abfallwirtschaftsbetriebes sind daher ab dem 12. Mai in Gondelsheim am Mittwoch von 14 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Ab dem 14. Mai kann auch auf der Kreismülldeponie zwischen Ubstadt und Bruchsal wieder am Donnerstag und Freitag von 14 bis 17 Uhr und am Samstag von 10 bis 17 Uhr angeliefert werden.

Damit die Vorgaben zum Infektionsschutz eingehalten werden, darf weiterhin nur eine bestimmte Zahl von Anlieferenden die Sammelstelle gleichzeitig nutzen. Die Einfahrt und den Zugang regelt zusätzliches Aufsichtspersonal, dessen Anweisungen befolgt werden müssen. Deshalb braucht man Geduld, wenn man seine Wertstoffe oder Grünabfälle anliefern möchte. Der Abfallwirtschaftsbetrieb bittet deshalb genügend Zeit einzuplanen, besonders vorsichtig zu fahren, den Verkehr nicht zu behindern und in den Fahrzeugen oder mit Abstand zu anderen Personen zu warten.

Die einzelnen Abladestellen in den Sammelstellen dürfen nur nach Aufforderung durch das Personal und von so vielen Personen genutzt werden, dass ein Abstand vom mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen eingehalten wird. Eingeschränkt werden die Abfallberatung und die Hilfe beim Ausladen der Abfälle. Schilder weisen auf die Wartezone für die Fahrzeuge, die neuen Regelungen und Hygienevorschriften hin. Zum Schutz von anderen Personen wird dringend empfohlen (sehr erwünscht vom Landratsamt), wie beim Einkaufen die Nase und den Mund zu bedecken, in dem man beispielsweise eine Maske trägt.

Herzlichst

Ihr

Markus Rupp, Bürgermeister