Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
das ist keine Problemlage, die nur die Großen Kreisstädte Bretten und Bruchsal betrifft, sondern auch die ganze Region und damit auch die Gemeinde Gondelsheim und ihre Bürgerinnen und Bürger.
Gekürzte Betriebszeiten der Bereitschaftspraxen im Landkreis Karlsruhe belasten die Kliniken und Gesundheitsversorgung
Landrat Dr. Schnaudigel geht gemeinsam mit den Oberbürgermeistern Sven Weigt und Nico Morast dagegen vor
Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) hat angekündigt, die Betriebszeiten der Bereitschaftspraxen an der Fürst-Stirum-Klinik in Bruchsal und an der Rechbergklinik in Bretten zum 1. Juli 2026 erheblich zu reduzieren. Die Auswirkungen auf die gesundheitliche Notfallversorgung in der Region sind erneut groß.
Gemeinsam richten sich daher Landrat Dr. Christoph Schnaudigel, Oberbürgermeister Sven Weigt (Stadt Bruchsal) und Oberbürgermeister Nico Morast (Stadt Bretten) in einem Schreiben an die KVBW und kritisieren das Vorgehen. Sie fordern die KVBW dazu auf, die Entscheidung zu überdenken und dem Versorgungsauftrag nachzukommen. Konkret bedeutet die Kürzung: Einen Bereitschaftsdienst unter der Woche wird es nur noch mittwochs und freitags von 16 bis 19 Uhr in Bruchsal, nicht mehr aber in Bretten geben. Nach 19 Uhr sind überhaupt keine Bereitschaftsdienste mehr vorgesehen. Insgesamt sollen die Bereitschaftszeiten an den beiden Standorten von bisher 78 Stunden auf künftig 38 Stunden pro Woche mehr als halbiert werden.
„Diese Maßnahmen der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg reihen sich ein in eine lange Kette von Entscheidungen bei den Bereitschaftsdiensten, bei denen sie sich aus der Verpflichtung zieht, die vertragsärztliche Versorgung zu den sprechstundenfreien Zeiten sicherzustellen“, kritisiert Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. „Zuerst wurde das Netz der Bereitschaftspraxen massiv ausgedünnt. Inzwischen sind nur noch drei in Karlsruhe, Bruchsal und Bretten für eine Region mit über 750.000 Einwohnerinnen und Einwohnern übrig. Mit der Kürzung wird der Notfalldienst im Landkreis praktisch nur noch tagsüber an den Wochenenden beibehalten. Dass abseits davon der Bedarf alleine von der Bereitschaftspraxis in Karlsruhe aus bedient werden könnte, ist eine Illusion.“ Die Reisezeiten seien für viele Menschen zu lang. Der Rettungsdienst und die Zentralen Notaufnahmen der Kliniken in Bretten und Bruchsal werden stattdessen verstärkt in Anspruch genommen werden, befürchtet der Landrat.
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