Der Bürgermeister infomriert KW 18

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

derzeit wird ja teilweise konträr diskutiert, wie weit Lockerungen momentan schon gehen dürfen und wann sie kontraproduktiv sind. Und ja, ich hätte mich auf das Maibaumstellen genauso gefreut wie auf das Schlachtfest zum 1. Mai bei unserem Gesangverein.

„Wir haben es selbst in der Hand“
Lockerungen, Sonderwege und „falsche Propheten“


Ich bin kein Epidemiologe. Oft höre und lese ich aber zurzeit, warum fahren wir nicht den Kurs von Schweden? Da geht das Leben weiter wie bisher, was so aber nicht ganz stimmt. Auch dort wird bei zugegeben weniger Restriktionen versucht, die Infektionskurve möglichst flach zu halten. Auch dort sind die Menschen deutlich weniger unterwegs. Auch dort wird, wo es geht, im Homeoffice gearbeitet. Auch dort sind Besuche in Seniorenheimen verboten.
Und wenn wir mal ehrlich sind, ist unsere Situation in Deutschland zum Glück doch deutlich vergleichbarer mit Schweden als mit Italien, Spanien oder Frankreich. Bei uns mussten bisher keine kompletten Regionen oder Bundesländer in Quarantäne und das wochenlang. Bei uns musste niemand einen Passierschein ausfüllen, um vor die Haustür zu kommen, um einmal am Tag einkaufen zu dürfen.
Das ist ein Ergebnis der richtigen Entscheidungen unserer Politik und unserer Experten aus dem Gesundheitswesen, deren Sachverstand ich nicht anzweifle.
Ob ein mehr an Freizügigkeit über die ganze Zeit bei uns nicht zu deutlich dramatischeren Zuständen in unseren Krankenhäusern geführt hätte, das möchte ich nicht ausschließen. Großbritannien jedenfalls lässt grüßen. Und auch die Todesrate in Schweden ist in den letzten Tagen stark angestiegen. Ein Land im Übrigen mit deutlich weniger Einwohnern und einer völlig anderen Bevölkerungsdichte als in Deutschland.
Ich bin der Meinung, wir haben es in Deutschland und in unserer Gemeinde bisher gut gemacht. Sinnvolle und notwendige Lockerungen für unsere Betriebe, für unsere Wirtschaft sind gemacht. Weitere werden und müssen folgen.
Auch z.B. für unsere Vereine. Wenn ich aus dem Fenster meines Büros (Homeoffice) schaue und z.B. die leeren Tennisplätze sehe, da blutet einem schon das Herz. Ich bin aber zuversichtlich, dass nach Pfingsten der Trainingsalltag zumindest für Individualsportarten wiederbeginnen wird. Aber auch bis dahin gibt es einige Alternativen: Joggen in der Natur zum Beispiel (unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln natürlich). Anders als in einigen südeuropäischen Ländern, wo auch das bis heute nicht möglich ist.
Also bitte jetzt nicht nur Jammern oder irgendwelchen Propheten aufsitzen, die entgegen aller Vernunft alles besser wissen oder anders gemacht hätten oder überhaupt nicht an die Existenz des Virus glauben.
36 Tote in Neibsheim lassen auf fürchterliche Weise grüßen, und auch bei uns in Gondelsheim hat das Virus leider ein „Gesicht“ bekommen, einem beliebten Mitbürger das Leben gekostet.
Auch halte ich in Kürze die Wiedereröffnung der Spielplätze unter Auflagen für sinnvoll. Gerade für die Eltern und Kinder, die keine großen Gärten besitzen, eine wichtige soziale Sache.
Aber, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, letztlich haben wir das alle selbst in der Hand. Wenn wir uns an die hygienischen Auflagen halten, wenn wir uns an die Maskenpflicht in der Stadtbahn oder im „Netto“ (natürlich auch beim Bäcker und Metzger) halten, wenn wir uns an der Eisdiele bei Filippo das „Social distancing“, den Abstand von mindestens 1,50 m, halten, dann werden wir einen Teil unseres Lebens wieder zurückerhalten – natürlich unter Auflagen und Einschränkungen.
Wenn wir uns nicht daran halten, dann riskieren wir ein Wiederaufflammen der Infektionen mit dann möglicherweise drastischeren Restriktionen als bisher.
Wir haben es also in den nächsten Wochen und Monaten ein Stück weit selbst in der Hand, uns Freiheiten zu sichern und das Leben von Risikogruppen und älteren Mitbürger zu schützen.
Also niemals vergessen: 4.000 Gondelsheimer haben Verantwortung für 4.000 Gondelsheimer!

Zutritt zum Gondelsheimer Rathaus ab 4. Mai 2020 unter strengen Sicherheitsvorkehrungen
wieder möglich

Hier die ab Montag geltenden Regeln:

  1. Vor dem Besuch im Rathaus muss eine telefonische Anmeldung bei dem jeweiligen Mitarbeiter/der jeweiligen Mitarbeiterin erfolgen. Da die Termine nur in größeren Räumlichkeiten und nicht in den einzelnen Büros stattfinden können, wird um rechtzeitige Anmeldung gebeten.
  2. Besucher/-innen mit Erkältungssymptomen und/oder Fieber ist das Betreten des Rathauses untersagt.
  3. Die Termine finden unter Wahrung des erforderlichen Sicherheitsabstands und der geltenden Hygienevorschriften statt.
  4. Besucher/-innen des Rathauses werden aufgefordert, mindestens eine einfache Alltags-Maske zu tragen (wir bieten Ihnen für den Besuch im Rathaus auch eine Maske zum Selbstkostenpreis von 3 Euro an – bitte bei telefonischer Anmeldung angeben!).
  5. Besucher/-innen haben sich bei Betreten des Rathauses in der Schleuse (Toilette neben Bürgerbüro) die Hände zu waschen.
  6. Jeder Mitarbeiter/jede Mitarbeiterin hat die Besucher/-innen zur Nachverfolgung intern zu dokumentieren.
  7. Die Dauer eines Termins ist so gut wie möglich zeitlich zu begrenzen.
  8. Nicht angemeldete Besuche werden nicht akzeptiert.

Wir bitten um Verständnis, dass der neue Ablauf sich erst einmal einspielen muss und deshalb eventuell nicht alles gleich reibungslos funktioniert. Vielen Dank im Voraus!

Große Geste – große Begeisterung 300 Masken an alle Gondelsheimerinnen und Gondelsheimer über 75 Jahre verteilt

Mitte der zurückliegenden Woche war die Freude groß, als die Gondelsheimer über 75 Jahre ihren Briefkasten öffneten. Keine Werbung, keine Rechnung, nein, eine hochwertige Mund-und-Nasenmaske fanden sie darin. Gespendet von Ursula und Friedbert Doll. Als Friedbert Doll vor Ostern bei Bürgermeister Markus Rupp eine Maskenspende ankündigte, da wussten die beiden noch nicht, dass ab kommendem Montag in Bahnen, Bussen und Supermärkten eine Maskenpflicht herrschen würde.

Das Gondelsheimer Ortsoberhaupt schlug damals dem spendenwilligen Ehepaar Doll vor, dass man damit die Risikogruppe der Seniorinnen und Senioren in Gondelsheim unterstützen könnte. „Nachdem das Seniorenhaus ‚Schlossblick‘ ja zuvor schon gut versorgt worden war, waren die Spender sofort Feuer und Flamme für die Idee“, so Rupp mit Blick zurück.

Gesagt, getan. Als am 17. April die Masken eingetroffen waren, wurden sie montags und dienstags vom einem Teil des Kernzeitteams im Rathaus einzeln in Tütchen verpackt, eine Gebrauchsanleitung eingelegt und noch das Adressetikett darauf und fertig.

Ordnungsamtsleiterin Sophia Mannherz suchte dann sechs Helferinnen und Helfer aus unserer Corona-Ehrenamtsbörse und schickte die bewaffnet mit einem Ortsplan und einem festgelegten Gebiet auf die Reise. Am Mittwochnachmittag kam die Meldung: Mission erfüllt!

Und die ersten positiven Rückmeldungen im Rathaus oder direkt bei den Spendern ließen nicht lange auf sich warten.

„Einmal mehr eine besondere Aktion in Gondelsheim in einer besonderen Zeit“, so der Bürgermeister mit einem nicht zu verhehlenden Stolz auf das große bürgerschaftliche Engagement in seiner Gemeinde.

Großer Andrang in dieser Woche auf den „Masken-Tisch“ vor dem Rathaus
Ab kommendem Montag


Mehrweg-Masken im 5er Pack zu 15 Euro Selbstkostenpreis zu erwerben

Mehrfach musste die Box mit selbst genähten Masken auf einem Tisch direkt vor dem Rathauseingang nachgefüllt werden. Über 200 Masken fanden dabei einen neuen Besitzer und das alles gegen eine kleine Spende, die unserem Gewerbeverein, der damit wiederum seine Mitglieder unterstützt, zugutekommt.

Zudem ist in dieser Woche auch eine erste Teillieferung von mehrfach nutzbaren, waschbaren Masken bei uns eingetroffen. Produziert in einer Firma von Hans-Jürgen Deuerer.

Diese Masken bieten wir Ihnen zum Selbstkostenpreis im 5er-Pack zu 15 Euro an. Diese Masken können ab Montag, 4. Mai im Bürgerbüro erworben werden. Sie werden über das Fester zur Bruchsaler Straße verkauft. Bitte halten Sie die 15 Euro abgezählt bereit.

Musik und Gesang in Gondelsheim
Auch wieder am 3. Mai 2020 auf den Balkonen und an den Fenstern Online-Konzert mit
„Simon & Garfunkel Tribute Duo“

Ganz nach dem Motto, Corona darf uns nicht nur einengen und die Lebensfreude nehmen, erleben wir am Sonntag eine Premiere für Gondelsheim:

Pünktlich um 18.00 Uhr können Sie sich auf unserer Homepage www.gondelsheim.de und über die Facebook-Seite „Gondelsheim informiert“ in das Online-Konzert einlocken und das „Graceland Simon & Garfunkel Tribute Duo“ sehen.

Quasi „unplugged“ – produziert in der Werkshalle von Dr. Roland Fella und von ihm und seiner Familie auch finanziert.

Aufgenommen wird das Ganze von der Gondelsheimer Digital Media Agency „We are nerdish“ von Stephanie Kurz und Jurre van Herwijnen. Und das natürlich unter Einhaltung aller Beschränkungen und hygienischen Vorschriften in Zeiten von Corona.

Also am Sonntag pünktlich den PC, das Laptop, das Tablet oder Handy einschalten – ans Fenster, auf den Balkon oder in den Hof/Garten und das für alle Gondelsheimerinnen und Gondelsheimer produzierte „Online-Konzert“ genießen.
Und nicht nur das. Wir singen natürlich bei den beiden ersten weltberühmten Liedern kräftig mit:

  1. The Boxer
  2. Mrs. Robinson

Bei diesen beiden Liedern bitte die Lautsprecher richtig aufdrehen, dann hören wir in Gondelsheim erstmals richtig synchron die Sonntags-Musik.

Mein Dank gilt an dieser Stelle natürlich ganz besonders Petra und Roland Fella, die dieses Event durch Ihr Engagement ermöglichen und gleichzeitig damit ein Zeichen setzen, dass Kunst und Künstler in dieser Zeit eben nicht „auf der Strecke“ bleiben dürfen.

Landratsamt Karlsruhe im Zeichen der Corona-Pandemie
Bericht über die Aktivitäten des Landkreises im Verwaltungsausschuss des Kreistags

Die Corona-Pandemie war das beherrschende Thema im Verwaltungsausschuss des Kreistags des Landkreises Karlsruhe am 23. April. Äußerlich erkennbar war das schon am Ort der Sitzung, die in der Karlsruher Gartenhalle stattfand, um die notwendigen Sicherheitsabstände gewährleisten zu können.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel erstattete dem Gremium ausführlichen Bericht über die Aktivitäten der Kreisverwaltung, die als für den Stadt- und Landkreis zuständige Gesundheitsbehörde in der Coronakrise besonders gefordert ist. Aus diesem Grund wurde sie personell verstärkt: rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind allein dort im Einsatz, dazu kommen viele weitere Verwaltungsbereiche wie z.B. die Heimaufsicht, die Ordnungsverwaltung oder der Arbeitsschutz. Großer Wert wird auf enge Zusammenarbeit mit der Stadt Karlsruhe, den Bürgermeisterämtern und der Polizei gelegt. Den Kreisräten wurde vorgeführt, wie sämtliche Fachdisziplinen auf Grundlage einer gemeinsamen Datenbasis zusammenarbeiten. Dieses Tool hat die Kreisverwaltung selbst programmiert und daraus wird auch die Lagekarte erstellt wird, die über ein Internetportal täglich aktuell von Jedermann abgerufen werden kann. Telefonische Beratungsangebote über spezielle Hotlines stellen sicher, dass sämtliche Fragen beantwortet werden. Ein besonderer Augenmerk wurde auf die Kliniken gelegt: 241 COVID19-Betten und 138 Beatmungsplätze stehen im Stadt- und Landkreis zur Verfügung. Daneben wurden durch niedergelassene Ärzte mehrere Abstrichzentren und Coronaambulanzen eingerichtet, die der Landkreis unterstützt hat. Im Fokus stehen Altenwohn- und Pflegeheime. In elf von 99 Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 7.000 Plätzen sind 266 positiv getestete Fälle bei Bewohnern und 127 Fälle bei Mitarbeitern registriert. Aus diesem Grund wurden für die Heime in besondere Maßnahmenpakete geschnürt.

Zur ihrer Unterstützung hatten der Landrat gemeinsam mit Oberbürgermeister und Bürgermeister an die Einwohnerschaft appelliert, sich freiwillig zu melden.

Auch für die Flüchtlingsunterkünfte wurden Vorsorge- bzw. Quarantänemaßnahmen getroffen, um das Infektionsrisiko zu minimieren bzw. eine Ausbreitung des Virus in Einrichtungen zu verhindern. Gleiches gilt auch für Arbeiterunterkünfte von Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben.

Eine wichtige Rolle spielt das Landratsamt bei Schutzausrüstungen. Es beliefert nach einer Prioritätenliste Einrichtungen Kliniken, Alten- und Pflegeheime oder Sozialstationen, wobei sie sowohl vom Land bereitgestellte Materialien verteilt als auch Ausrüstungen selbst beschafft und verteilt. Rund 1,5 Mio EUR hat der Landkreis hierzu bislang aufgewendet. Weitere 5,5 Mio EUR hat der Landkreis an Träger im Bereich der Jugend- und Eingliederungshilfe sowie dem ÖPNV gezahlt, auch wenn Leistungen nicht vollständig oder gar nicht erbracht werden konnte. Das Gremium begrüßte dies ausdrücklich, weil damit verhindert wurde, dass Strukturen zerstört werden, die nach der Krise wieder aufgebaut werden müssten. Der Landkreis wiederum hat aus Soforthilfen des Landes ,1,1 Mio EUR erhalten.

Seinen eigenen Dienstbetrieb hat das Landratsamt an die Erfordernisse insbesondere im Hinblick auf Infektionsschutz umgestellt. Durch die Einrichtung von Servicecentern mit erweiterten Öffnungszeiten sind wieder alle Dienstleistungen zu bekommen, wobei Landrat Dr. Christoph Schnaudigel betonte, dass auch an den Tagen, als das Landratsamt für den allgemeinen Bürgerverkehr geschlossen war jede Verwaltungsleistung nach telefonischer Vereinbarung erhältlich war. Gleichzeitig wird verstärkt auf elektronische Verwaltungsdienstleistungen gesetzt. „Wenn die Krise etwas Gutes hat, dann das, dass die Digitalisierung einen höheren Stellenwert erhält“, sagte der Landrat, der sich schon seit geraumer Zeit für mehr elektronische Verwaltungsvorgänge einsetzt.

Corona-Pandemie wirkt sich auch auf öffentlichen Personennahverkehr aus
Sachstandsbericht im Verwaltungsausschuss
Attraktivitätssteigerung, barrierefreier Ausbau und regionales Mobilitätskonzept im Blick

Einmal mehr stand der öffentliche Personennahverkehr auf der Tagesordnung des Verwaltungsausschusses, der am Donnerstag, 23. April coronabedingt in der Karlsruher Gartenhalle tagte.

Landrat Dr. Christoph Schnaudigel informierte das Gremium über die Auswirkungen der Corona-Pandemie, infolgedessen das Fahrplanangebot im Land und damit auch das Angebot auf den Linien der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) sowie die Busverkehre ausgedünnt wurden, wobei darauf geachtet wurde, dass auf allen Linien über den ganzen Tag ein Angebot gewährleistet ist.
Lediglich die Bedarfsverkehre, also die On Demand- und Anrufsammeltaxi-Verkehre wurden nahezu vollständig eingestellt. Um die Leistungsfähigkeit der Unternehmen nicht zu gefährden, haben sich die beiden Landkreise Rastatt und Karlsruhe als Aufgabenträger darauf verständigt, die Abschlagszahlungen an die Verkehrsunternehmen bis auf Weiteres in gleicher Höhe wie im Haushalt eingestellt weiterzubezahlen. Begrüßt hat das Gremium die Aussage des Verkehrsministeriums, dass Bahn-Pendler für besonders schlechte Leistungen des Regionalverkehrs zwischen dem Juli 2019 und Januar 2020 nun auch im Juni entschädigt werden sollen.

Unklar ist noch die Situation bei der ScoolCard, berichtete der Landrat. Die Zusage des Landes, dass das Mai-Ticket erstattet wird, wurde zunächst wieder revidiert, deshalb werde nun weiter verhandelt. Unabhängig davon soll der Schülerverkehr mit Hochfahren der Schulen ab 4. Mai größtenteils wieder im gewohnten Umfang angeboten werden.

Ein Großprojekt bleibt der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen und Schienenhaltepunkten, der ein gemeinsames Vorgehen von Landkreis, den Kommunen, der AVG, des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) und der Deutschen Bahn erforderlich macht. Aktuell sind 97 % der 1.057 Bushaltepunkte im Landkreis Karlsruhe nicht barrierefrei, wie eine Bestandsaufnahme ergab. Diese enthält auch die Einteilung in verschiedene Kategorien, nach denen der barrierefreie Ausbau erfolgen soll. Die Gemeinden seien nun am Zug, die Kategorisierung zu prüfen, berichtete der Landrat. Ergänzend fügte er hinzu, dass man bezüglich des Ausbaus der Schienenhaltepunkte mit der AVG und der Deutschen Bahn, die bei ca. 90% bzw. 10% Betreiber der Infrastruktur der Haltestellen sind, in guten Gesprächen sei.

Zur Attraktivitätssteigerung des ÖPNV werden derzeit die Reaktivierung von Strecken und mögliche Streckenerweiterungen untersucht. Als Zwischenstand wurde der Verwaltungsausschuss darüber informiert, dass die nun vorliegenden ersten Ergebnisse der Potenzialstudie für die Reaktivierung der Strecken Ettlingen West – Ettlingen Erbprinz, Graben-Neudorf – Hochstetten und Karlsruhe-Neureut – Karlsruhe-Mühlburg den Beteiligten zeitnah vorgestellt werden. Bezüglich der Einschleifung der BMO-Bahn (S31/S32) in die Karlsruher Innenstadt findet Ende April der Auftakttermin mit der AVG, der DB und der Stadt Karlsruhe zur technischen Abstimmung statt.

Beim zweigleisigen Ausbau der S4 zwischen Bretten und Grötzingen (Kraichgaubahn) hat die AVG die Voruntersuchung eingeleitet, erste Ergebnisse werden im Sommer erwartet, so der Bericht von Landrat Dr. Christoph Schnaudigel.

Eine weitere Attraktivitätssteigerung verspricht die Taktverdichtung auf der Linie S31/S32 zu Hauptverkehrszeiten, die vom Land Baden-Württemberg angestoßen wurde, um Taktlücken zu schließen. Bei zwei zusätzlichen Fahrten vormittags und einer abends (jeweils Montag bis Freitag an Schultagen) finanziert das Land den Streckenabschnitt Karlsruhe – Bruchsal und der Landkreis die Weiterführung nach Menzingen bzw. Odenheim. Die Umsetzung soll bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 erfolgen.

Das Gremium nahm außerdem zur Kenntnis, dass das Land zusammen mit dem Betreiber Abellio und der DB Netz AG an einem alternativen Fahrplankonzept arbeitet, um die Bedienung auf den Strecken der sogenannten „Residenzbahn“ Stuttgart – Pforzheim – Karlsruhe sowie der „Westbahn“ Heidelberg – Bruchsal – Mühlacker – Stuttgart zu stabilisieren und die Verspätungsproblematik in den Griff zu bekommen. Mit dem Konzept wird sich der Ausschuss in der Sommersitzung befassen.

Neue Wege gehen der Stadt- und Landkreis Karlsruhe mit der Erstellung eines regionalen Mobilitätskonzepts: Damit sollen in den Bereichen Infrastruktur, Mobilitätsangebote und Mobilitätsmanagement für die nächsten zehn bis 15 Jahre Handlungsfelder und –empfehlungen erarbeitet werden. Dafür werden Planungsgrundlagen in Expertenworkshops erarbeitet, die im Februar und März stattfanden. Weitere werden folgen. Das Konzept wird auch der Öffentlichkeit vorgestellt, was das Gremium zustimmend zur Kenntnis nahm.

Herzlichst

Ihr

Markus Rupp, Bürgermeister