Der Bürgermeister informiert KW 14

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

im Mittelpunkt der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 30. März 2021 stand die Verabschiedung des Haushalts, den der Gemeinderat einstimmig verabschiedete.

Aus der Gemeinderatssitzung vom 30. März 2021

Hier ein statistischer Überblick über den Haushalt 2021 und im Anschluss – wie üblich – die Haushaltsreden der Fraktionen:

Gondelsheim Etat-Zahlen  
HaushaltJahr 2021Jahr 2020
Ertrag Ergebnishaushalt9,35 Mio. €9,50 Mio. €
Aufwand Ergebnishaushalt8,96 Mio. €8,93 Mio. €
Ordentliches Ergebnis0,39 Mio. €0,58 Mio. €
Zahlungsmittelüberschuss0,70 Mio. €0,86 Mio. €
Investitionen Auszahlung2,28 Mio. €1,91 Mio. €
Geplante Darlehen1,17 Mio. €0,71 Mio. €
Hebesätze
Grundsteuer A330 v.H.330 v.H.
Grundsteuer B320 v.H.320 v.H.
Gewerbesteuer350 v.H.350 v.H.
Erträge
Grundsteuer0,32 Mio. €0,32 Mio. €
Gewerbesteuer1,50 Mio. €1,90 Mio. €
Einkommensteueranteil2,29 Mio. €2,10 Mio. €
Schlüsselzuweisungen2,12 Mio. €2,19 Mio. €
Aufwendungen
Gewerbesteuerumlage0,15 Mio. €0,09 Mio. €
Finanzausgleichsumlage0,98 Mio. €1,14 Mio. €
Kreisumlage1,26 Mio. €1,54 Mio. €
Personal1,67 Mio. €1,61 Mio. €
Schulden
Schuldenstand3,74 Mio. €2,82 Mio. €
Pro-Kopf-Verschuldung933 €705 €

Rede der Freien Wähler-Gemeinderatsfraktion

Christoph Brauch

(…)

Die vergangenen 12 Monate kann man getrost als sehr außergewöhnlich bezeichnen. Seit März 2020 hat die Corona-Pandemie das private, öffentliche und je nach Branche auch das wirtschaftliche Leben fest im Griff. Normalität -so hört man es fast überall- ist das, nach was sich die Meisten von uns sehnen. Sich gemeinsam wieder treffen, ohne großen Abstand halten zu müssen. Hoffen wir, dass dies bald wieder möglich ist und wir diese schwierige Zeit hinter uns lassen können.

Doch nun zu unserem Gemeindehaushalt: Unser Haushaltsplan 2021 stellt sich deutlich besser dar, als wir dies vor einigen Monaten noch befürchtet hatten. Wir hoffen, dass dies so bleibt, denn letztlich ist es, wie der Name schon sagt, ein Plan und unterliegt somit gewissen Unsicherheiten.

Die Wünsche sind erfahrungsgemäß meist größer als die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel. Große Sprünge werden wir auch dieses Jahr nicht machen, sondern mit Augenmaß agieren. Es geht nicht darum große Neuinvestitionen zu tätigen, vielmehr ist es unsere Aufgabe die in die Jahre gekommene Infrastruktur gezielt zu erneuern und kleinere sinnvolle Investitionen zu tätigen. So stehen beispielsweise Sanierungen der Sanitäranlagen in Schule, Aussegnungshalle und Schlossstadion an. Diese sind allesamt mehrere Jahrzehnte alt. Ebenso wird die Beleuchtung der Saalbachhalle auf moderne und zeitgemäße LED-Technik umgestellt. Die alte Beleuchtung ist ein Stromfresser und Ersatzteile sind nur noch schwer zu beschaffen.

Die Förderung von Kinderbetreuung und Bildungseinrichtungen, welche sicherlich zu den wichtigsten Aufgaben einer Gemeinde zählen, schlagen mit rund 20% unseres Gesamthaushalts zu Buche. Jedoch ist dies gut investiertes Geld in die Zukunft unserer Gesellschaft. Wir sind auch froh darüber, dass wir in 2021 wieder die Corona-bedingte Verdoppelung der Vereinsförderung beibehalten können. Die Vereine mit ihren vielen ehrenamtlichen Helfern sind eine wichtige und unerlässliche Stütze unserer Gemeinschaft. Ebenso werden wir neben dem Bolzplatz bei der katholischen Kirche ein Volleyballfeld anlegen. Ein klares und wichtiges Zeichen für den Fortbestand des vielgenutzten Platzes, welcher vor wenigen Jahren noch zur Disposition gestanden hatte. Auch die Anschaffung eines bereits länger geplanten mobilen Notstromaggregats für die Feuerwehr wurde beschlossen. Dieses ist notwendig um in einem eventuellen Krisenfall die Stromversorgung und somit die Handlungsfähigkeit unserer wichtigsten Einrichtungen sicherstellen zu können.

Nachdem wir in 2020 die Anforderungen an die Mindestliquidität leider nicht erreichen konnte, werden wir diese Auflage in 2021 voraussichtlich wieder erfüllen. Auch kommen wir im diesjährigen Haushalt ohne Kreditaufnahme aus.

Zumindest theoretisch. Praktisch ist jedoch durch die Beteiligung an der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft Netze BW in Höhe von 1.170.000 € eine Kreditaufnahme in eben dieser Höhe notwendig. Allerdings wird dieses Geld sehr gut verzinst und sicher angelegt, was in den nächsten 4 Jahren, zu Zinsüberschüssen von 30.000 € p.a. für unsere Gemeinde führt. Wir sind übereingekommen, diese Mittel zweckgebunden in die Umsetzung unserer Umwelt- und Klimaschutzziele zu investieren. Für uns als Gemeinde ist dies ein willkommener Geldsegen. Allerdings möchten wir auch nicht verschweigen, dass wir dieses Vehikel an sich durchaus als kritisch ansehen. Seitens der Netze BW wurdeuns eine Win-Win-Situation dargestellt. Verschwiegen wurde jedoch, dass es hierbei auch Verlierer gibt. Denn letztlich muss jeder einzelne Stromkunde, über die daraus entstehende Verteuerung der Netzentgelte, den Preis dafür bezahlen. Wir wundern uns darüber, dass dieses Instrument seitens der zuständigen öffentlichen Stellen als unbedenklich eingestuft wurde. Als gewählte Vertreter unserer Bürger haben wir dieser Beteiligung trotzdem zugestimmt, um einen weiteren Nachteil für unsere Bürger zu vermeiden. Denn bezahlen muss man die erhöhten Netzentgelte auch dann, wenn die eigene Gemeinde nicht mitmacht. In Zukunft sollte jedoch von den entsprechenden Behörden geprüft werden, ob ein solches Beteiligungsmodell noch zeitgemäß ist.

Nun möchten wir noch einen kleinen Ausblick auf die nächsten Jahre geben. Gemäß den Prognosen ist davon auszugehen, dass das Jahr 2022 wieder schwieriger wird und wir die Mindestliquidität vermutlich wieder unterschreiten werden. Auch der Ausblick auf die Folgejahre ist, was die Einnahmenseite angeht, noch mit einigen Unsicherheiten behaftet. Sicher ist jedoch, dass große Herausforderungen und Aufgaben anstehen. Der Hochwasserschutz, wird trotz guter Fördermöglichkeiten mit einem erheblichen sechsstelligen Betrag zu Buche schlagen. Auch die anstehende schrittweise Erneuerung unseres Kanalnetzes zur Abwasserbeseitigung wird eine teure aber unerlässliche Herausforderung. Dies ist sicherlich kein Prestigeprojekt, welches man sehen, anfassen oder gar betreten kann, sondern im Prinzip, Geld, welches man unter der Erde vergraben muss. Aber es ist nun mal notwendig. Weitere wichtige Weichenstellungen stehen an. So platzt der Bauhof aus allen Nähten und es gibt Überlegungen hierfür einen Neubau hinter dem Feuerwehrhaus im Gewerbegebiet zu realisieren. In diesem Zuge ist an diesem Standort auch die Schaffung von Räumlichkeiten gemeinsam mit dem DRK eine gute Option. Eine große Entscheidung steht auch mit der Aufstellung des Bebauungsplans „Neue Ortsmitte“ im Zentrum unserer Gemeinde an. Das Plangebiet umfasst das Areal des Kreuzungsbereichs Brettener Straße/Bahnhofstraße/Bruchsaler Straße/ Brunnenberg. Wie der Name bereits vermuten lässt ist dies ein Projekt, welches unser Ortsbild für die nächsten 100 Jahre deutlich mitprägen wird.

Hier ist es uns als Freie Wähler wichtig, dass dieser Entscheidungsprozess unter frühzeitiger und größtmögliche Einbeziehung des Gemeinderats erfolgt, was uns von Seiten der Verwaltung auch bereits zugesichert wurde. Zeitdruck wäre hier ein schlechter Ratgeber. Es wäre auch kontraproduktiv, sich frühzeitig auf ein Konzept oder Investor festzulegen. Vielmehr befürworten wir bei einem solch prägenden Projekt eine Art Ideen- und Investorenwettbewerb durchzuführen, welcher auf Basis der vom Gemeinderat festgelegten Eckpunkte fußt. Es geht darum die bestmögliche Lösung für Gondelsheim zu bekommen.

Wie bereits dargelegt, stehen auch in den nächsten Jahren große Aufgaben an und die vorhandene Infrastruktur gilt es zu erhalten. Wir wünschen uns allen, dass sich auch weiterhin die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen positiv darstellen, die Steuereinnahmen auf hohem Niveau gehalten werden können und wir es schaffen, weiterhin eine lebens- und liebenswerte Gemeinde und Region zu bleiben.

Zum Abschluss möchten wir uns bei Herrn Bürgermeister Rupp, Herrn Hauptamtsleiter Rapp, Herrn Rexroth, Frau Kehrer, sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und des Bauhofs, sowie bei allen, die sich in Gondelsheim für das Gemeinwohl engagieren, bedanken. Ebenso einen Dank an unsere Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Fraktion der Freien Wähler Gondelsheim stimmt dem Haushalt zu. (…)

Rede der CDU-Gemeinderatsfraktion

Manfred Schleicher

(…)

Corona, Masken, Impfstoff, AHA-Regeln, Lockdown, Abstand, Testzentrum, Inzidenzzahl 35-50-100, Selbsttest, Notbremse, Impftermin und viele weitere Ausdrücke in diesem Zusammenhang haben wir im letzten Jahr immer wieder gehört. Die Corona-Pandemie hat unser Land noch immer im Griff und alle Lebensbereiche sind betroffen: Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Bildung und Betreuung, Digitalisierung und Innovation. Diese Corona-Krise sorgt für Ängste und Befürchtungen in unserer Heimatgemeinde, im Land und im Bund, auch in Europa und der ganzen Welt.  Wir sind davon überzeugt, dass den apokalyptischen Reitern der Corona-Pandemie der Erfolg versagt wird. Die Schockwellen des Jahres 2020 und die zu Anfang des neuen Jahres haben auch über die absehbare Bewältigung der Corona-Krise hinaus ein ungemein positives Potential der Gesellschaft erkennen lassen, das weiterwirkt. In großer Einmütigkeit hat die Gesellschaft dem wütenden Virus überall in der Welt den Kampf angesagt. Es äußert sich u. a. durch neu entdeckte solidarische und wehrhafte Gemeinschaften und Bildung ziviler Solidargemeinschaften durch Mitverantwortung für den Nächsten und Nachbarn.

Zum Haushalt

Anders als bei unserem ersten doppischen Haushalt für das Jahr 2020 konnten wir den Plan ausführlich vorberaten.

Alle Aufwendungen und Erträge werden im Ergebnishaushalt geplant und in der Ergebnisrechnung dokumentiert. Hier erfolgt somit die Darstellung des kompletten Ressourcenverbrauchs der Gemeinde. Für die einzelnen Teilhaushalte sind jeweils Teilergebnispläne zu erstellen. Der Gesamtergebnishaushalt (als Summierung der Teilhaushalte) und die Gesamtergebnisrechnung sind vergleichbar mit der kaufmännischen Gewinn- und Verlustrechnung.

Wir verzeichnen hier ein veranschlagtes Gesamtergebnis von + 385 TEUR. Dies ist nach dem Vorjahr wiederum eine sehr positive Zahl, da fast jede Gemeinde hier mit einem Minus gestartet ist bzw. zu kämpfen hat. Bei der mittelfristigen Finanzplanung relativiert sich dies rasch (2022: – 996 TEUR, 2023 + 69 TEUR, 2024 + 513 TEUR). Gerade 2022 werden wir von der Kompensationswirkung des Kommunalen Finanzausgleichs sehr hart getroffen. Durch die guten Zahlen aus 2020 erhalten wir weniger Zuweisungen und müssen gleichzeitig höhere Umlagen an Kreis und Land leisten.

Die Berechnung des Finanzausgleichs 2021 erfolgte auf den Vorgaben unserer eigenen Finanzkraft und den darauf anzuwendenden Kennzahlen des Landes. Positiv kann vermerkt werden, dass weniger Finanzausgleichsumlage an das Land (-158 TEUR) und weniger Kreisumlage (-282 TEUR) geleistet werden müssen.

Schwerpunkte im Ausgabebereich des Ergebnishaushaltes sind die Mittel für die Umlagen an Land und Kreis (2,4 Mio. EUR), Schulen (797 TEUR), Kindertagesstätten (1,8 Mio. EUR), die gemeindlichen Liegenschaften vom Rathaus über die Saalbachhalle und das Schlossstadion sowie die Straßen- und Kanalunterhaltung.

Es ist uns wichtig zu erwähnen, dass der Gemeinde gerade im Bereich der Kleinkindbetreuung ein Zuschussbedarf von 820 TEUR entsteht. Forderungen nach Abschaffung der Kita-Gebühren können nur mit einer Gegenfinanzierung erfüllt werden. Auch die Jugendarbeit im Jugendtreff erfordert 110 TEUR sowie die Schulsozialarbeit 55 TEUR.

Die Aufwendungen für Kita, Schule und Jugendtreff sind Investitionen in die Zukunft.

Im Rahmen der Nachhaltigkeit und des letztjährigen Überangebots an Obst auf unserer Gemarkung wäre es uns ein Anliegen, dass in diesem Jahr Obstbäume, die durch die Besitzer nicht abgeerntet werden, durch das „GELBE BAND“ eine Kennzeichnung erfahren. Dieses signalisiert den interessierten Verbrauchern: „Dieses Obst darf ich ernten“. Wir haben hier bereits einen entsprechenden Antrag eingebracht.

Im Finanzhaushalt und der Finanzrechnung werden die geplanten bzw. die tatsächlich anfallenden Ein- und Auszahlungen festgehalten. Vergleichbar mit der Kapitalflussrechnung wird hier die Liquiditätsentwicklung sichtbar.

Eine Planbilanz ist nicht zu erstellen.

Auch Auszahlungen für Investitionstätigkeiten sind veranschlagt:

Auszahlungen für Baumaßnahmen fallen über 582 TEUR an. Davon sind 331 TEUR Restabwicklungen für begonnene Maßnahmen (Neubau FW-Haus, Kraichgauschule, Kita Am Saalbach, Gewerbegebiet Gölswiesen). Die geplante LED-Beleuchtung Saalbachhalle hängt an der beantragten Zuschussgewährung. Über den Fußgängersteg Leitergasse soll nach Vorliegen eines „Gesamtkonzeptes Bahnübergangsbeseitigung“ entschieden werden. Dieses Konzept mahnen wir mit Nachdruck an, damit auch die Planfeststellung zur Beseitigung des Bahnübergangs bald beginnen kann.

Auszahlungen für den Erwerb von beweglichen Sachen (Hard- und Software, Geräte und Möbel) betragen 324 TEUR. Gerade hier ist uns wichtig, dass die Ausstattung des Bauhofes den zu erfüllenden Aufgaben gerecht wird. Nach der Vorberatung und der Erstellung des heute vorliegenden Haushaltsplanes haben sich auf unsere Initiative die Verwaltung und die Fraktionen darüber verständigt, dass der betagte und reparaturanfällige Geräteträger durch ein adäquates Gerät ersetzt wird. Die Finanzierung kann über mögliche Verschiebungen anderer Investitionen oder durch Mietkauf erfolgen.

Auszahlungen für Erwerb von Finanzvermögen sind mit 1.203 TEUR vorgesehen. Über 1.170 TEUR soll eine Beteiligung an der Kommunalen Beteiligungsgesellschaft Netze BW erfolgen. Dies ist eine attraktives Finanzengagement. Die erwarteten Erträge daraus von ca. 30 TEUR jährlich sollen in einer Selbstbindung den Bereichen Klimaschutz, Natur und Umwelt zur Verfügung gestellt werden.

Durch den Bau des Neuen Feuerwehrhauses ergibt sich für die Gemeinde im Bereich der Kreuzung Brettener-/Bruchsaler-/Bahnhofstraße die Möglichkeit einer eventuellen Neugestaltung dieses Bereiches. Wir sind hier gefordert, eine zukunftsfähige Lösung zu erarbeiten.

Der Finanzierungsmittelbedarf von 1.830 TEUR kann durch den Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushalts von 704 TEUR und durch eine Darlehensaufnahme von 1.170 TEUR (= Beteiligung an Netze BW) bereitgestellt werden. Eine Beteiligung aus Eigenmitteln war leider nicht möglich.

Der Haushalt 2021 bringt keinen finanziellen Spielraum.

Die Liquidität als weiterer Gradmesser ist 2021 gut und verkehrt sich im nächsten Haushaltsjahr in ein leichtes Minus durch die bereits eingangs erwähnte Kompensationswirkung des Finanzausgleichs.

Die voraussichtliche Mindestliquidität wird 2022 nicht erreicht.

Die anstehenden Hochwasserschutz-maßnahmen/Böschungssicherung Saalbach, die Kanalhöherdimensionierung im Bereich Leitergasse/Bruchsaler Str., der Bau einer Lagerhalle für den Bauhof und die Investitionskostenzuschüsse für die Ertüchtigung der Kläranlage werden uns noch erhebliche Mittel binden. Beim Hochwasserschutz kann mit einer sehr guten Förderung von 70 v. H. gerechnet werden. Die weiteren Maßnahmen müssen wir alleine stemmen.

Der CDU-Fraktion war und ist es auch immer ein Anliegen, mit dem öffentlichen Geld der Gemeinde sorgsam umzugehen und Sparmöglichkeiten nicht aus dem Auge zu verlieren.

Ebenfalls ist es unser Wunsch, dass sich die Steuer- und Abgabenbelastungen für die Bürgerinnen und Bürger und für die Gewerbetreibenden in Grenzen halten. Hier können wir positiv feststellen, dass für 2021 außer einer u. E. geringfügigen Anpassung der Niederschlagswassergebühr keine Gebühren- oder Steuererhöhungen vorgesehen sind.

Schlusswort

Der Haushaltsplan für das Jahr 2021 zeigt, was das Jahr bringen könnte. Nach unserer Auffassung sind die Plandaten auf solider Basis berechnet, so dass eine zuverlässige Grundlage für die Mittelbewirtschaftung vorliegt. Lassen sie uns dennoch die anstehenden schwierigen Aufgaben so bewältigen, und uns die anvertrauten Steuergelder so einsetzen, dass sie zum Wohle aller Bürger gereichen.

Bevor ich zum Schluss komme bittet die CDU-Fraktion weiterhin um vierteljährliche Vorlage des Finanzzwischenberichts.

Einer guten Tradition folgend stimmt die CDU-Fraktion auch in diesem Jahr dem Haushalt 2021 zu.

Unser Dank gilt unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich in großem Umfang sozial engagieren und in den Vereinen das Zusammengehörigkeitsgefühl pflegen. Dies ist leider derzeit wegen der Gesamtlage nicht möglich. Doch – es wird auch wieder besser werden. Den Gewerbebetrieben möge es in Zukunft weiterhin gut gehen, damit Gewerbesteuerzahlungen nachhaltig fließen können.

Im Namen unserer Fraktion darf ich Ihnen, Herr Bürgermeister Rupp, der gesamten Verwaltung, hier insbesondere Rechnungsamtsleiterin Frau Kehrer für die Aufbereitung der Zahlen und die Erstellung des Haushaltsplanes, dem Hauptamtsleiter Herrn Rapp, Herrn Rexrodt und den Protokollanten danken. Der Dank schließt auch die umsichtige Steuerung des Gemeindeschiffes durch die raue Corona See ein.

Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen im GR für die bisherige gute Zusammenarbeit. Wir legen weiterhin großen Wert darauf, dass im Gemeinderat keine Parteipolitik Einzug hält.

Mit diesem Haushalt und dieser Gemeinderatsitzung geht auch eine Ära zu Ende. Der Steuermann verlässt die Gemeinde und geht in den Ruhestand. Lothar Rapp war 37 Jahre Hauptamtsleiter von Gondelsheim. Da wir uns auf dieses Ereignis vorbereiten konnten, haben wir rechtzeitig Herrn Rexroth zum Nachfolger bestellt. Er übernimmt das Steuer und das Gemeindeschiff wird weiterhin ruhig, gemäß der alten Regel „Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ durch den Saalbach auf und abfahren.  (…)

Rede der SPD-Gemeinderatsfraktion

Klaus Krätschmer

(…)

Glücklicherweise müssen wir nicht den Bauhof verkaufen, um dadurch unseren Haushalt zu retten, wie es unlängst in der Überschrift eines BNN-Berichts zur Haushaltsverabschiedung einer Gemeinde in unserer mittelbaren Nachbarschaft zu lesen war. Im Gegenteil, der Bürgermeister hat bei der Einbringung des Haushalts diesen als Punktlandung bezeichnet. Dass es nicht zu einem harten Aufschlag bei der Landung gekommen ist, wie das bei vielen unserer Nachbarkommunen der Fall ist, hat mehrere Gründe. Unsere Gewerbesteuereinnahmen sind recht stabil. Hier zahlt es sich aus, ein breites Spektrum an Gewerbetreibenden zu haben und nicht von einem umweltlabilen Großbetrieb abgängig zu sein.

Die trotz Coronakrise guten finanziellen Rückflüsse von Bund und Land.

Die reduzierten Transferausgaben in der Gewerbesteuer-, Finanzausgleichs- und Kreisumlage.

Allerdings wirft Letztgenanntes seinen Schatten für das kommende Haushaltsjahr voraus, wo sich diese Ausgaben aufgrund der diesjährigen Haushaltssituation erhöhen werden.

Zu den wichtigsten Haushaltsdaten:

Die ordentlichen Erträge des diesjährigen Haushalts belaufen sich auf rund 9.3 Mio. € und liegen damit knapp unter dem Ansatz von 2020. Trotz einiger personeller Veränderungen in der Verwaltung bleiben die Personalausgaben mit ca. 1,66 Mio. € unter 18% recht stabil.

Nach den hohen Investitionsauszahlungen von knapp 2 Mio. im vergangenen Jahr, sind diese im  Ansatz für 2021 mit etwas über 1 Mio. praktisch halbiert. Allerdings war der Haushalt 2020 mit über 1 Mio. Krediten fremdfinanziert. Möglich sind die jetzigen Investitionsauszahlungen von 1.1 Mio., da aus dem Gesamtfinanz-haushalt ein Zahlungsmittelüberschuss verbleibt und zusätzlich Einzahlungen aus Investitionstätigkeiten vorliegen, womit sich ein positiver Saldo von 1.4 Mio. ergibt.

Nach Verrechnung mit den Investitionsauszahlungen verbleibt ein Plus von 310.830,-€. Abzüglich der Tilgungen schließen wir diesmal mit einem positiven Ergebnis von rund 57.000,- € ab, was gut für unsere Liquidität ist. Dies wirkt sich positiv auf unseren Gesamtschuldenstand aus. Die gegenwärtige pro Kopfverschuldung von 704,- € wird sich zum Jahresende auf 641,- € reduzieren, und das ohne Erhöhung der Gebühren [der tilgungslose Kredit für die Einlage bei der Netze BW ausgeklammert]. Damit entwickelt sich eine unserer Forderungen zum Haushalt vom vergangenen Jahr, das Augenmerk auf die finanzielle Konsolidierung zu lenken, in die richtige Richtung.

Allerdings geht das zu Lasten unserer weiteren Forderung aus dem vergangenen Jahr, den Hochwasserschutzmaßnahmen. Diese können in diesem Jahr nicht umgesetzt werden. Hier begrüßen und unterstützen wir allerdings die eingestellten Mittel von 40.000,-€ für weitere Planungen. Zur Realisierung dieser Maßnahmen sind in der mittelfristigen Finanzplanung ab 2022 für die nächsten 3 Jahre insgesamt 1,2 Mio. € vorgesehen. Der Gestaltungsspielraum unseres Haushalts ist halt beschränkt, da ca. 4/5 des Volumens für fixe Ausgaben verwendet werden müssen.

So hätten wir gerne in diesem Jahr die endgültige Stilllegung der Erddeponie zu Ende gebracht, damit dieser Bereich eine sinnvolle ökologische Aufwertung erfährt, die unserer Umwelt zu Gute kommen würde. Hier hoffen wir, dass unserem Antrag, die rechtlich notwendigen Schritte eizuleiten, der unter TOP 7 im Anschluss behandelt wird, Erfolg beschieden ist.

Mit dem Beitritt zum Klimaschutzpakt BW und zum European Energy Award wurde einem unserer Anträge entsprochen, was uns optimistisch stimmt, auch wenn die Anträge auf Fördermittel gegenwärtig nicht möglich sind. Corona zeigt halt auch hier seine Auswirkungen.

Voll umfänglich befürworten wir auch die Beteiligung an dem Projekt „EnBW vernetzt“, um gemeinsam die Energiewende voranzubringen. Das ist gut angelegtes Geld, das projektbezogen für Klima und Naturschutz eingesetzt wird und für die Gemeindekasse finanziell vorteilhaft ist und langfristig auch für die Umwelt.

Gut sind auch die Mittel zur Umsetzung eines Baumkatasters, verbunden mit einem Anreizsystem für Grundstückseigentümer, das auf einer Initiative der SPD-Fraktion basiert. Erfreulich wäre es, wenn davon die Grundstückseigentümer regen Gebrauch machen würden.

Auch die im Haushaltsplan enthaltenen Verbesserungen der Biotopqualität für blütenbesuchende Insekten auf innerörtlichem Gemeindegrund, dienen der Nachhaltigkeit. Das ist eine echte Alternative zu den häufig anzutreffenden Schottergärten.

Keine Frage, natürlich hätten wir gerne weitere ökologische und klimatechnische Verbesserungen umgesetzt, aber der Gestaltungsspielraum ist nun mal, wie schon erwähnt, beschränkt. Ich hoffe die Coronamaßnahmen lassen es in diesem Jahr noch zu, die Klimawerkstatt auch mit einer breiten Bevölkerungsschicht abzuhalten, vielleicht kommen dabei Ideen und Vorschläge auf, die sich mit der gesamten Bevölkerung realisieren lassen. 

Zum großen Rest der Investitionsauszahlungen. Die Aufrechterhaltung unserer Infrastruktur mit Straßen, Schule, Kindergärten, Sportstätten, Bauhof und Verwaltung hat natürlich ihren Preis. Nur um daraus drei Dinge zu nennen, der Fuhrpark des Bauhofs bedarf einer umfangreichen Erneuerung, die Beleuchtung der Saalbachhalle muss erneuert werden, was nebenbei bemerkt auch einen umwelttechnischen Nutzen hat, und die Digitalisierung von Schule und Verwaltung gibt es auch nicht umsonst.

Dies alles ist ohne neue Schulden möglich, insofern ist also die eingangs aufgestellte Einschätzung von der Punktlandung des diesjährigen Haushalts zutreffend.

Die SPD-Fraktion stimmt der Haushaltssatzung und dem Haushalt 2021 zu.

Den eingeschlagenen Weg der Konsolidierung der Gemeindefinanzen werden wir auch in Zukunft weiter mitgehen und hoffen auf ausbleibende Überraschungen durch die Corona-Pandemie.

Bedanken möchten wir uns bei der Verwaltung, allen voran ihrem Kapitän BM Markus Rupp, für das umsichtige Management bei der Corona-Krise, das dafür gesorgt hat, dass es bisher weder in unseren Altenheimen, noch in Schule und Kindergärten zu größeren Ausbrüchen gekommen ist und für das absolute Highlight der Schutzimpfungen in unserer Saalbachhalle, das auf seinen persönlichen Einsatz hin zurückzuführen ist.

Abschließend gilt unser Dank der gesamten Gemeindeverwaltung, insbesondere hier Frau Kehrer. Ich glaube es ist auch ihr Verdienst, dass uns der Umgang mit dem neuen Haushaltssystem leichter gefallen ist als im ersten Jahr der Einführung.

Unser Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen des Ratsgremiums für den offenen Umgang miteinander. Dem möchte ich für die Zukunft ein abgewandeltes Zitat von Friedrich Nietzsche mit auf den Weg geben: „Ein sicheres Mittel, die Leute aufzubringen und ihnen böse Gedanken in den Kopf zu setzen, ist, ihnen die Fähigkeit für Flexibilität und für neue Ideen abzusprechen“. (…)

Rede der Bündnis90/Grünen-Gemeinderatsfraktion

Dr. Roland Fella

(…)

Ich möchte meine Rede einleiten mit einer Schlagzeile aus der BNN vom 17.3. mit einem Zitat des Deutschen Städtetags: „Das Geld wird dramatisch knapp. Krise trifft Kommunen hart“ – „Der Deutsche Städtetag schlägt Alarm“ Wo Cafés geschlossen sind, Firmen Umsatzeinbußen haben, kurzgearbeitet wird, Familien von Arbeitslosigkeit bedroht sind, fallen Einnahmen für den Staat weg und damit Umlagen und Zuweisungen, Gewerbesteuer und Einkommensteueranteile etc. für die Gemeinden.

Wir sind in der glücklichen Lage, dass dies in Gondelsheim für 2021 nicht so dramatisch zutrifft. Insgesamt sind die Gemeindefinanzen stabil. Doch die Pandemie ist nicht vorbei; wir wissen noch nicht, was in den nächsten Jahren dadurch auf uns zukommen wird. Ein Blick auf die Rahmenbedingungen zeigt, dass es eng wird. Denn Bund und Länder haben sich mit Soforthilfen und Konjunkturmaßnahmen enorm verschuldet. Kaum denkbar, dass Geld in diesem und im nächsten Jahr noch so locker sitzt, um bei Gemeinden Mindereinahmen durch Gewerbesteuereinbrüche zu kompensieren. Schlimmer noch, die Schuldenbremse wird dafür sorgen, dass der Staat enorme Tilgungen leisten muss; zweistellige Milliarden Beträge ab 2024.

Wir werden im Folgenden die für uns wichtigen Ein- und Ausgaben sowie Projekte kommentieren, um unseren Beschluss zur Haushaltssatzung 2021 zu begründen. Wir haben einige Zahlen bereits von den anderen Fraktionen gehört. Ich möchte nur 3 Zahlen wiederholen und mit 2020 vergleichen und dann einige spezielle Ausgaben kommentieren. Ich nehme schon mal vorweg, dass Gondelsheim einen sehr guten Haushaltsentwurf für das Jahr 2021 vorgelegt hat. Dass es sehr gut gelingt, hat viele Gründe. Wir können sogar Rücklagen bilden, die wir in den Folgejahren benötigen, wie unsere langfristige Finanzplanung zeigt. Der Gesamtergebnishaushalt sieht wie folgt aus: Einnahmen 2021: 9,317 Mio. Euro => Im Vergleich 2020: 9.504 Mio. Euro Ausgaben 2021: 8,933 Mio. Euro => Im Vergleich 2020: 8,925 Mio. Euro Letztendlich sind im Gesamtfinanzhaushalt Überschüsse von 385.000 Euro eingestellt. Dass auch noch Abschreibungen von ca. 650.000 Euro erwirtschaftet wurden, zeigt die aktuelle gute finanzielle Entwicklung auf. Gondelsheim verschuldet sich deswegen nur für den Fall der Beteiligung bei der Netze BW GmbH. Dann hätten wir eine Prokopfverschuldung von 933 Euro ohne diesen Akt von 705 Euro.

Ich lasse es mir jetzt nicht nehmen, die Verschuldung mal mit der Prokopfverschuldung im Bund zu vergleichen. Die Neuverschuldung in diesem Jahr beträgt: 240 Mrd. Euro, was 3.000 Euro pro Bundesbürger entspricht. Die Gesamtverschuldung pro Bundesbürger beträgt momentan ca. 28.000 Euro. Dass uns diese Verschuldung irgendwann zu schaffen machen wird, dürfte absehbar sein.

Beleuchtet man nun die einzelnen Ausgaben im Haushaltsplan 2021 im Detail sieht man, wie sich die Gemeinde Ihren Zukunftsaufgaben stellt. Kommen wir zu Ausgabeposten, die uns besonders wichtig sind: Bauhof: Der Bauhof nutzt einen alten Traktor, der schon viel Geld verschlungen hat und ersetzt werden sollte. Eine Ersatzbeschaffung in Höhe von 120.000 Euro für ein Multifunktionsfahrzeug als Geräteträger, die nicht im Haushalt geplant ist, sollte schnell angegangen werden. Die Finanzmittel könnten dieses Jahr aufgebracht werden, falls andere Investitionen wie die LED-Beleuchtung der Saalbachhalle sich verzögern oder aber durch einen kurzlaufenden Mietkauf mit schneller Ablösung im Frühjahr 2022 und damit haushaltswirksam im Haushalt 2022. Die Aufrechterhaltung aller wichtigen Aufgaben des Bauhofs muss unter allen Umständen gewährleistet sein auch bei Naturkatastrophen. Das kann ein Kleintransporter nicht leisten. In Anbetracht der genannten Investition, scheint es uns nicht dringend notwendig, dieses Jahr einen weiteren Kleintransporter anzuschaffen. Im Haushalt stehen für dieses und nächstes Jahr je 30.000 Euro für ein kleines Kommunalfahrzeug, das man dafür verwenden könnte. Bei der Beschaffung eines solchen Fahrzeugs legen wir Wert darauf, dass es elektrisch betrieben wird. Grundsätzlich müssten wir uns überlegen, dass der Bauhof einen neuen festen Platz bekommt und damit Mieten in Höhe von 10.000 Euro/Jahr für 2 Hallen eingespart werden. Diese Mittel könnten dann schon in die Finanzierung, eines solchen Projektes einfließen und maßgeblich die Zinszahlungen abdecken.

Immobilienkauf „Neue Ortsmitte“

Für den Immobilienkauf in der neuen Ortsmitte sind 145.000 Euro eingestellt. Damit haben wir die Möglichkeit, im Rahmen eines neuen Bebauungsplans ein nachhaltiges Stadtentwicklungsprojekt zu verwirklichen. Dort kann man den Umweltschutz maßgeblich verankern und sozial geförderte Wohnungsmaßnahmen andenken.

Natur und Landschaftspflege und Klimaschutzmaßnahmen

Für Natur und Landschaftspflege werden 53.000 Euro angesetzt. Im Wesentlichen handelt es sich um Ausgaben für Blühstreifen und ein Baumkataster mit Anreizsystem. Für allgemeine Klimaschutzmaßnahmen sind 20.000 Euro eingeplant. Die Mittel werden eingesetzt für Energieaudits kommunaler Gebäude, Klimawerkstatt, sowie Maßnahmen zur Zertifizierung des European Energy Award. Erfreulich ist, dass diese Maßnahmen prozentual hoch gefördert werden und entsprechend den Haushalt nicht belasten. Generell wünschen wir uns für die Zukunft Mittel für dauerhafte Biodiversitätsflächen bis hin zu Biotopvernetzungen.

In der Haushaltsrubrik Sportstätten sind 104.000 Euro für eine neue LED-Beleuchtung der Saalbachhalle vorgesehen. Diese Investition wird sich in wenigen Jahren amortisieren.

Kraichgauschule

Die Kraichgauschule fällt mit Mehrkosten von etwa 100.000 Euro gegenüber 2020 auf. Grund dafür sind die geringeren Schülerzahlen, was sich in den geringeren Zuweisungen wiederfindet. Wir unterstützen deswegen Anstrengungen, die Schülerzahlen wieder zu steigern.

Netze BW GmbH

Eine Beteiligung an der Netze BW GmbH haben wir heute schon besprochen. Generell finden wir es gut, dass die Einnahmen aus der Beteiligung für Umweltschutzprojekte bindend verwendet werden.

Schlusswort

Der Haushalt wurde maßvoll entworfen; die Gemeinde Gondelsheim wird ihren kommunalen Aufgaben vollkommen gerecht werden. Wir können sogar kleine Rücklagen bilden. Klimaschutz ist möglich, auch wenn der finanzielle Spielraum eng ist. Im Idealfall bringen Investitionen in den Klimaschutz nicht nur uns voran, sondern erzielen lokale Wertschöpfungseffekte mit haushaltswirksamer Rendite. Wir denken, dass Gondelsheim durch vernünftige und weitsichtige Politik unseres Gremiums einen sehr positiven Haushaltsentwurf auf die Beine gestellt hat, der ohne Neuverschuldung (außer der Netze BW GmbH- Beteiligung) auskommt und um den uns andere Gemeinden beneiden werden.

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen stimmt dem Haushaltsentwurf zu. (…)

Laudatio durch Bürgermeister

Markus Rupp in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 30. März 2021

„Letzte Gemeinderatssitzung von Hauptamtsleiter Lothar Rapp“

„Nach sage und schreibe 42 Jahre öffentlicher Dienst und vor allem nach beinahe 37 Jahren Dienst in und für die Gemeinde Gondelsheim geht in Kürze eine Ära zu Ende. Nämlich die Ära von Lothar Rapp – seines Zeichens Hauptamtsleiter und bis vor wenigen Jahren noch klassischer Ratschreiber in Gondelsheim.

Am 1. Juni 1985 hat Lothar Rapp bei der Gemeinde Gondelsheim begonnen. Am 1. Juni 2021 endet ganz offiziell sein Dienst in Gondelsheim und er geht dann in den wohlverdienten Ruhestand.

Wohlverdient Herr Rapp, aber für uns als Verwaltung und ich spreche auch für den Gemeinderat eigentlich nicht so richtig vorstellbar. Aber wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass dies heute Abend Ihre letzte Sitzung ist. Kein, „Herr Rapp, die Bauvoranfragen und Bauanträge sind Ihres“ mehr.

Wir waren uns im Vorfeld einig, Herr Rapp, dass dies heute Abend nicht ihre offizielle Verabschiedung sein wird. Ich wünsche mir sehr, dass es bei Ihrem eigentlichen Ausscheiden Ende Mai/Anfang Juni möglich sein wird, im Freien mit der Verwaltung und dem Gemeinderat eine kleine Verabschiedung und hoffentlich im Herbst die Ihnen gebührende richtige Verabschiedung in größerem Kreis vornehmen zu können. Ich weiß, Sie streben nicht danach, aber ich glaube, wir alle wollen das, weil das im besten Sinne des Wortes „verdient“ ist.

Bei Ihrem Dienstjubiläum vor zwei Jahren habe ich augenzwinkernd mit Bezug auf Ihre bajuwarische Fußball-Liebe gesagt, sie haben über all die Jahre hart daran gearbeitet Gondelsheim zu einem FC Bayern unter den Gemeinden der Region werden zu lassen. Wenn wir mal die Einwohnerzahl als Pluspunkte in der Tabelle nehmen, dann ist Ihnen dies eindrucksvoll gelungen. In Ihrer Zeit als Amtsleiter ist die Bevölkerungszahl nämlich um stolze 1.800 Einwohner gestiegen.

Die in jüngerer Vergangenheit erschlossenen Neubaugebiete „Metzgerteich“ und „Schlossbuckel“ gingen von der Planung über den Hausbau bis zur Lösung von Bauherrn-Problemen sprichwörtlich über Ihren Schreibtisch.

Ich nenne heute weiter nur unsere Sanierungsbiete mit Millionen-Investitionen. Ich nenne die unzähligen Wahlen, die unter Ihrer Regie immer reibungslos geklappt haben.

Wenn der Bürgermeister der Trainer ist, dann waren Sie stets der loyale, überaus engagierte, mannschaftsdienliche Mannschaftskapitän auf dem Platz. Spiele vor 9 Uhr morgens in der Früh waren dabei nicht so Ihr Ding. Dafür liebten Sie Flutlichtspiele – oft war noch Licht in Ihrem Büro im Rathaus, wenn andere schon daran dachten bald ins Bett zu gehen.

Ich weiß, wir alle wissen, dass Ihnen Ihre Arbeit Spaß gemacht hat, das konnte man spüren. Nicht nur der Gemeinderat, nicht nur die Verwaltungsmitarbeiter, jede Bürgerin, jeder Bürger fand bei Ihnen ein offenes Ohr. Und ich bin sicher, dass Ihnen Ihre Arbeit, der Kontakt zu den Menschen fehlen wird. Deshalb bin ich auch sicher, dass Sie mit einem zwar größeren lachenden, aber auch mit einem kleineren weinenden Auge uns verlassen werden. Bei uns hier ist das natürlich umgekehrt. Die Träne ist größer, aber auch wir alle freuen uns mit Ihnen auf Ihren alsbaldigen Ruhestand.

Um Ihnen nach gefühlt 500 Gemeinderatssitzungen inklusive Nachsitzungen den Entzug dienstags etwas leichter zu machen, habe ich ein kleines symbolisches Geschenk von uns allen schon heute dabei. Auf das für Sie legendäre Schorle „rot-süß“ müssen Sie auch künftig eine lange Zeit nicht verzichten. Sechs Flaschen Roter und eine Kiste süßer Sprudel mögen dafür sorgen.

Danke und alles erdenklich Gute!“

Gondelsheim geht beim Erhalt schützenswerter Bäume eigenen Weg

Gemeinde setzt auf Freiwilligkeit und gewinnt prominente ehrenamtliche Unterstützer

Den Erhalt alter Bäume haben sich viele Kommunen auf die Fahnen geschrieben. Bei der Frage hingegen, wie sich dieses Ziel am besten erreichen lässt, geht Gondelsheim einen unüblichen Weg. „Wir setzen auf positive Anreize, wollen die Menschen motivieren und unterstützen bei der Pflege“, sagt Bürgermeister Markus Rupp. Der Antrag der SPD hatte die Unterstützung aller anderen Fraktionen im Gemeinderat erhalten.

Eine Vorgehensweise, der die Gondelsheimer Försterin und Expertin für Naturschutz Stephanie Bauer viel abgewinnen kann: „Die meisten setzen auf den Verordnungsweg. Dabei ist es wichtig, die Menschen davon zu überzeugen, wie wichtig der Erhalt alter Bäume für Klimaschutz, Bodenschutz und Insektenschutz ist.“ Gemeinsam mit ihrem Förster-Kollegen Christian Feldmann hat sie sich daher ehrenamtlich bereit erklärt, den Gondelsheimer Weg mitzugestalten. Beide haben hierzu die Konzeption für das Gondelsheimer Baumkataster ausgearbeitet.

Im ersten Schritt erhielten rund 170 Bürgerinnen und Bürger Post von der Gemeinde. Sie alle besitzen auf Gondelsheimer Gemarkung Wiesen, Gärten und Äcker, auf denen erhaltenswerte Bäume stehen. Im Fokus stehen alte und vor allem landschaftsprägende Bäume, insbesondere Obstbäume. In dem Brief befindet sich das Angebot der Kommune, den Baum in ein Baumkataster aufzunehmen und bei der Pflege zu unterstützen. „Insgesamt handelt es sich um ungefähr 350 besonders schützenswerte Bäume im Außenbereich“, berichtet Bürgermeister Rupp. Dazu zählen ebenfalls solche Exemplare, die auf kommunalem Grund stehen. Die Vorauswahl haben Bauer und Feldmann durch gute Ortskenntnisse und vor allem durch Luftbilder getroffen. Als Erfassungskriterien dienten unter anderem Baumart, Stammumfang, geschätztes Alter, Höhe, Gesundheitszustand oder auch die Frage, ob es im Stamm beispielsweise Höhlen für Käuze gibt.

Erteilen die Grundstückseigentümer ihr Einverständnis erfolgt ab Mai bis in den Herbst die genaue Untersuchung vor Ort und Registrierung der Bäume im Kataster. „Dadurch entstehen keinerlei Kosten oder sonstige Verpflichtungen“, betont Bürgermeister Rupp die Freiwilligkeit und ergänzt: „Es liegt doch in unser aller Interesse, das Landschaftsbild zu schützen und zu erhalten.“

Deshalb erhalten alle, die mitmachen entsprechende Unterstützung. Dafür konnte der ehemalige Kreisbrandmeister Thomas Hauck gewonnen werden.

In seiner Funktion als ausgebildeter und erfahrener Baumwart – auch inzwischen in Diensten der Gemeinde Gondelsheim – steht er als Ansprechpartner für die Baumpflege zur Verfügung. Und auch der 1. Vorsitzende des Bezirks- Obst- und Gartenbauverein Bruchsal, Günter Kolb hat seine Mitwirkungsbereitschaft signalisiert.

„Das große ehrenamtliche Engagement verdient unser aller Respekt und zeigt gleichzeitig den Stellenwert des Baumkatasters für Gondelsheim“, betont Rupp und hofft nun auf eine entsprechend rege Beteiligung der Baumbesitzer.

Gondelsheim blüht in diesem Frühling so richtig auf

Gemeinde sorgt für bunte Blumenpracht und hilft damit der Insektenwelt

Mensch und Tier in Gondelsheim dürfen sich gleichermaßen freuen: An vielen Stellen im Ortsbild entfaltet sich in den nächsten Wochen und Monaten eine wahre Blumenpracht. Und zwar noch deutlich mehr als in den Vorjahren.

Grund dafür ist die Aktion „Gondelsheim blüht“. Bei der dritten Auflage kommen weitere Flächen hinzu, auf denen der Blumensamen sprießen wird. „Verschiedene Plätze im Ort werden wir entsprechend für die Aussaat in einem besonderen Verfahren mit Blütensamen in Schafwolle nutzen“, sagt Bürgermeister Markus Rupp und denkt dabei unter anderem an die Ortseingänge.

Rund 700 Quadratmeter an gemeindeeigenem Grund hatte die Verwaltung für die Aktion vorgeschlagen. „Die Zeiten sind schon schwer genug, umso mehr können wir uns alle an einer bunten Blumenvielfalt erfreuen. Und vor allem helfen wir damit der Insektenwelt“, so der Bürgermeister. Zudem waren die Fraktionen im Gemeinderat aufgerufen, weitere innerörtlich nutzbare Flächen zu melden. „Da kamen dann noch einmal rd. 500 Quadratmeter dazu“ sagt Rupp und ergänzt: „Das ist gelebter Natur- und Umweltschutz.“

Aber nicht nur öffentliche Flächen sollen erblühen, sondern auch private Gärten und Balkone. Deshalb findet die Zusammenarbeit mit der NABU Ortsgruppe Bretten in Gondelsheim vertreten durch Herrn Rudi Kühfusz ihre Fortsetzung.

„Im vergangenen Jahr haben wir erstmals Blumensamen an alle interessierten Einwohner verteilt. Das war ein voller Erfolg“, berichtet Rupp. „Die „Blühende Gärten“ genannte Blumenauswahl können Einwohner wieder kostenlos – coronabedingt – zu den üblichen Öffnungszeiten vor dem Haupteingang des Rathauses abholen und dann bei sich zuhause aussäen. „Und nicht vergessen, ein entsprechendes Foto der Blumenpracht ins Rathaus schicken“, hofft der Bürgermeister auf einen bunten Strauß an Bildern. Bilder, die auch ein Zeichen gegen Schottergärten sein sollen.

Und natürlich blüht auch das Umland so richtig auf. Denn dort hatte die Aktion „Gondelsheim blüht“ einst seinen Ursprung. Rund 150 Ar, oder 150.000 Quadratmeter, stellen seither fünf Landwirte, welche kommunale Ackerflächen gepachtet haben, Jahr für Jahr an Fläche bereit für das Aussäen der Samen.

Diese Blühstreifen verschönern dann rund um Gondelsheim das Ortsbild und locken vor allem zusätzliche Insekten an. „Bei aller Freude an der Blumenpracht, besitzt die Aktion einen ernsten Hintergrund: Wir alle sind aufgerufen, uns um den Erhalt der Insektenvielfalt zu kümmern. Die Aktion ‚Gondelsheim blüht‘ ist ein Beitrag dazu“, betont Rupp.

Es gibt auch gute Nachrichten in Sachen Impfen …

Rund 85 Prozent der vulnerablen Gruppe der über 80jährigen Bürgerinnen und Bürger sind nun in Gondelsheim geimpft

Am 31. Dezember 2021 wurde bereits die zweite Impfung durch das Mobile Impfteam verabreicht

Die „Brettener Nachrichten“ haben das tags darauf so kommentiert: „Bedarf ist da (…) Eine Impfung vor der Haustür ist dagegen deutlich bequemer und mit weniger Aufwand verbunden. Dass es funktionieren kann, wenn eine Gemeinde ihre eigene Impfaktion auf die Beine stellt, zeigt das Beispiel Gondelsheim: Dort wurden und werden Über-80-Jährige jetzt bereits zum zweiten Mal geimpft.

Wenn andere Kommunen diesem Beispiel folgen und künftig auch die Hausärzte den Impfstoff gegen das Coronavirus verabreichen dürfen, können deutlich schneller deutlich mehr Personen geimpft werden. Das geht aber natürlich nur, wenn auch ausreichend Impfstoff vorhanden ist.“

Kommunales TestzentrumAltes Feuerwehrhaus

Osterhäschen für das tolle Team des kommunalen Testzentrums

Am Ostersamstag hat Bürgermeister Markus Rupp persönlich dem Team des Testzentrums als kleines Dankeschön Schoko-Hasen vorbeigebracht.

130 Gondelsheimerinnen und Gondelsheimer machten alleine an diesem Tag vom Angebot des Testens Gebrauch und sorgten damit für ein Stück weit mehr Sicherheit für alle, die Familie, die Freunde, Nachbarn und für sich selbst!

Öffnungszeiten unseres Testzentrums:

  • montags von 7 bis 9 Uhr,
  • mittwochs von 16 bis 18 Uhr,
  • freitags von 13 bis 15 Uhr sowie
  • samstags von 10 bis 12 Uhr

Wichtig:

  • Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich
  • Personalausweis mitbringen
  • Testung nur von asymptomatischen Personen (keine Erkältungssymptome, Fieber etc. – hier bitte direkt zum Arzt)
  • Abstands- und Hygienevorschriften sind im Testzentrum jederzeit einzuhalten (Maskenpflicht)
  • Sie erhalten eine Bescheinigung über Ihr Testergebnis
  • Bitte den Brunnenberg nicht zuparken! 

Sonja Faber-Schrecklein in Gondelsheim

Dreharbeiten für die Rubrik „Sonja in Gondelsheim“ in „Landesschau Baden-Württemberg“ vom 10. bis zum 14. Mai 2021 

Redaktion nimmt Anregungen für Dreharbeiten entgegen

Und wieder wird Gondelsheim prominent im Fernsehen vertreten sein, denn SWR Reporterin Sonja Faber-Schrecklein ist bald zu Dreharbeiten in Gondelsheim zu Gast.

Für eine mehrteilige Beitragsreihe „Landesschau Baden-Württemberg“ finden Dreharbeiten vom 10. bis zum 14. Mai 2021 statt.

In Gondelsheim sitzt der größte Glückskeksproduzent Europas. Die SWR Reporterin fragt deshalb: Färbt das aufs Gemüt ab? Wie glücklich sind die Gondelsheimer*innen? 

Die Redaktion nimmt noch Anregungen entgegen, welche Persönlichkeiten und Geschichten aus Gondelsheim für die Beitragsreihe interessant sein können. Ein entsprechendes Kontaktformular befindet sich unter SWRfernsehen.de/landesschau-bw/kontakt/index.html.

Die Serie „Sonja in Gondelsheim“ ist zu sehen von Montag, 25. bis Mittwoch, 27. Mai 2021 als tägliche Rubrik in „Landesschau Baden-Württemberg“.

„Sonja in…“ – die neue Beitragsreihe in „Landesschau Baden-Württemberg“

Wo befindet sich der geographische Mittelpunkt Baden-Württembergs? Wo die nördlichste Gemeinde? Oder wo der heißeste oder kälteste Ort im Land?

Von Fragen wie diesen geleitet, führt es SWR Reporterin Sonja Faber-Schrecklein jede Woche in eine andere Stadt oder Gemeinde in Baden-Württemberg, die es zu entdecken gilt. 


Sendung:
„Landesschau Baden-Württemberg: Sonja in Gondelsheim“

Montag, 25. bis Mittwoch, 27. Mai 2021 als tägliche Rubrik in „Landesschau Baden-Württemberg“ von 18:45 bis 19:30 Uhr im SWR Fernsehen Baden-Württemberg.

Herzlichst

Ihr

Markus Rupp, Bürgermeister