Der Bürgermeister informiert KW 33

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

aller guten Dinge sind deren drei.

Gondelsheim: Aufwertung des „Zentrum Nord“ kann beginnen

Dank des Städtebauförderprogramms WEP stehen umfangreiche Mittel bereit

Zum dritten Mal hat es Gondelsheim geschafft, Aufnahme in das Städtebauförderprogramm WEP zu finden. Das Bundesprogramm Wachstum und nachhaltige Erneuerung unterstützt Kommune wie private Immobilienbesitzer bei der energetischen Modernisierung bestehender Gebäude. 

In Gondelsheim stehen dafür nun rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Ein echter Glücksfall für uns. Diese Förderung löst sicherlich einen ähnlichen Entwicklungsschub für die Gemeinde aus, wie schon die Vorgänger-Programme“, ist sich Bürgermeister Markus Rupp sicher. 

Zuletzt erfuhr das „Zentrum Ost“ eine entsprechende Aufwertung, nun geht es um das „Zentrum Nord“ – das Gebiet zwischen Marktplatz, altem Feuerwehrhaus, Bahnhof, Rathaus und Bruchsaler Straße. „Alle, die das Förderprogramm in Anspruch nehmen können, erhalten entsprechende Informationen in den nächsten Tagen zugeschickt“, sagt Rupp und ergänzt: „In diesem Schreiben ist alles Wichtige aufgelistet, was gefördert wird, wie die Förderung abläuft und wer die Ansprechpartner sind.“ 

Als Sanierungsträger fungiert erneut die STEG Stadtentwicklung GmbH mit Sitz in Stuttgart/Heilbronn. „Aber natürlich unterstützen und helfen wir als Gemeindeverwaltung den Bürgerinnen und Bürgern bei ihren Fragen und Anliegen“, macht Bürgermeister deutlich. Zumal Gemeinderat und Verwaltung sich schnell einig waren, die privaten Sanierungsmaßnahmen ebenfalls hoch zu fördern.

Als große Vorteile dieses Förderprogramms bezeichnet Bürgermeister Rupp dessen Flexibilität und Vielfalt. „Eigentlich ist für jeden, der eine energetische Sanierung plant, etwas dabei“, sagt er. Wärmedämmung, Erneuerung von Dach, Dachentwässerung, Außenputz, Austausch von Fenstern und Türen, Einbau Heizungsanlage oder Warmwasserbereitung, alten- oder behindertengerechter Umbau, Erneuerung Installationen – um nur einige der förderfähigen Maßnahmen zu nennen. Die Fördersätze reichen von 25 bis 100 Prozent der Investitionssumme – je nach Vorhaben und selbstverständlich mit einer entsprechenden Deckelung. 

Der Ablauf hingegen ist immer gleich. Der erste Schritt ist die Interessenbekundung gegenüber der STEG. Dem schließt sich eine kostenlose Beratung an, an dessen Ende eine Maßnahmen-Empfehlung steht. Mit der Einholung von Kostenvoranschlägen geht es weiter. 

Ist das geklärt, werden die zu fördernden Sanierungsmaßnahmen in einem Vertrag zwischen dem privaten Immobilienbesitzer und der Gemeinde festgehalten. Wichtig dabei: Erst wenn diese Vereinbarung vorliegt, dürfen die Arbeiten starten. Und nach deren Abschluss erfolgt die Erstattung der zugesagten Zuschüsse. 

Das Förderprogramm nutzt Gondelsheim auch für kommunale Flächen. Beispielsweise denkt Bürgermeister Rupp an einen barrierefreien Umbau des alten Schulgebäudes, an die ökologische Aufwertung von Außenflächen im „Zentrum Nord“ sowie die Umgestaltung des Bahnhofsgeländes, sofern der langersehnte Umbau des Bahnhofs endlich beginnt. Eines steht für Bürgermeister Rupp fest: 

„Ich kann nur an die Bürgerinnen und Bürger appellieren, das Förderprogramm zu nutzen. Damit werden Ihre Immobilien aufgewertet und zukunftsfähig gemacht und gleichzeitig profitiert die gesamte Gemeinde davon. Zumal diese Investitionen ein echtes Konjunkturprogramm vor allem für das regionale Handwerk sind und dadurch Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden.“

Special Olympics National Games Berlin 2022

Besmir und Bekim Abazi kommen mit Goldmedaille nach Hause

Zusammen mit 4.300 anderen Athleten aus ganz Deutschland verbrachte die Delegation der Paula-Fürst-Schule Oberderdingen (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum) sechs Tage bei den Special Olympics National Games in Berlin. 

Dabei kämpften die Sportlerinnen und Sportler um Medaillen und versuchten, ihre individuellen Bestleistungen zu erreichen und zu übertreffen. So auch die beiden Gondelsheimer Besmir und Bekim Abazi. Mit ihrer Fußballmannschaft gewannen die beiden die Goldmedaille im U21-Turnier. 

Bürgermeister Markus Rupp freute sich, den beiden Teilnehmern aus Gondelsheim nun im Rathaus eine Urkunde und ein kleines Präsent als Anerkennung für deren tolle sportliche Leistung überreichen zu dürfen. 

Die einzigartige Atmosphäre und die damit verbundenen Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen werde ihnen im Gedächtnis bleiben, sagten die Brüder Abazi im Smalltalk mit Bürgermeister Markus Rupp. Er ermunterte sie, sich weiterhin beim Fußball und speziellen beim FV Gondelsheim zu engagieren. 

Das „Gelbe Band“ – Gondelsheimer Ernteprojekt für kommunale Obstbäume erneut aufgelegt

 
„Heimisches Obst ist viel zu schade, um ungenutzt zu verrotten“, sagt Bürgermeister Markus Rupp. Um dies zu verhindern, wird die einfache und effektive Aktion „Gelbes Band“ – die auf die CDU-Gemeinderatsfraktion zurückgeht – erneut aufgelegt.  

Jahr für Jahr verdirbt viel Obst auf unseren Streuobstbeständen. Die Initiative „Gelbes Band“ möchte dies abändern. Alle kommunalen Bäume, die mit einem gelben Band gekennzeichnet sind, laden zum kostenlosen Pflücken für den Eigenbedarf ein. Trotz Trockenheit gibt es derzeit Apfelbestände im Bruch, an der Jöhlinger Straße und hinter dem Hochwasserrückhaltebecken „Lohr“. 

Das Ernten erfolgt auf eigene Verantwortung (Haftung ausgeschlossen) und soll nur privat erfolgen. Die freigegebenen Bäume sind mit einem gelben Band staffiert. 

Machen Sie mit und setzen ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung.

„Knappes und sehr teures Gut“

Sommerinterview der Brettener Woche/kraichgau.news mit Bürgermeister Markus Rupp

Quelle: Brettener Woche vom 18. August 2022 – Havva Keskin

Gondelsheim (hk) Mit der Umrüstung der Saalbachhalle auf LED-Leuchten hat die Gemeindeverwaltung Gondelsheim eine erste Antwort auf die aktuelle Energiekrise mit unsicherer Gasversorgung und explodierenden Gas- und Strompreisen gegeben. Mit diesem Schritt ist auch ein Punkt des kürzlich aufgestellten 28-Punkte-Maßnahmenplans zur Energieeinsparung für die kommunalen Einrichtungen der Gemeinde umgesetzt. Bürgermeister Markus Rupp spricht im Interview darüber, wo die Gemeinde weitere Potenziale zur Energieeinsparung sieht.

Herr Rupp, wie ist der 28-Punkte-Maßnahmenplan zur Energieeinsparung entstanden?
Ich habe die Zeit, in der ich im Urlaub war, genutzt, um in Ruhe darüber nachzudenken, was wir als Gemeindeverwaltung tun können. Als ich zurückkam, habe ich mein Team zusammengetrommelt. So ist unser 28-Punkte-Programm entstanden, das natürlich beliebig ergänzt werden kann. Der Maßnahmenplan ist nicht statisch. 

Auch im Nachklang haben wir über Institutionen wie den Städte- und Gemeindetag oder die Energie- und Umweltagentur des Landkreises Karlsruhe weitere Anregungen erhalten. Trotzdem bin ich stolz auf mein Team, weil wir das meiste innerhalb der Verwaltung erarbeitet haben.

Wie sieht der Plan im Detail aus?
Am Rathausplatz haben wir seit vielen Jahren einen Wärmeverbund mit einer Holzhackschnitzelanlage, an den das Rathaus, der Bauhof, die Saalbachhalle, der Evangelische Kindergarten und die Alte Schule angeschlossen sind. Bisher haben wir bei Spitzen- und Schwachlast auf Gas gesetzt und die Grundlast mit Hackschnitzeln abgedeckt. Jetzt sind wir auf die alleinige Befeuerung mit Holzhackschnitzeln umgestiegen, um Geld und Gas zu sparen.

Welche Maßnahmen haben Sie noch umgesetzt?
Thermostate mit smarter Temperaturfühlung und Programmierung, provisorische Dämmung zwischen Heizkörper und Gebäudeaußenwand sowie die Dämmung von Heizungsrohren in den Nebenräumen ermöglichen es uns im Rathaus den Energieverbrauch zu reduzieren. Den alten Kühlschrank im Sozialraum der Mitarbeiter haben wir durch einen neuen, energieeffizienten Kühlschrank ausgetauscht. Die Warmwasserboiler an den Hand-Waschtischen haben wir ausgeschaltet. Wir werden auch versuchen, Brückentage zu nutzen, um das Rathaus mal zu schließen. Und wo wir dort noch keine LED-Beleuchtung haben, werden wir sie entsprechend umstellen. Außerdem haben wir angefangen, im Amtsblatt und natürlich auch auf Social Media die Bevölkerung für diese Themen zu sensibilisieren.

In der Saalbachhalle ist die Umrüstung von Quecksilberdampf-Leuchten auf LED-Leuchten ja bereits geschehen.
Richtig. Künftig werden wir dadurch etwa 66 Prozent Strom einsparen. Zusätzlich haben wir nun eine bessere Lichtqualität und können das Licht dimmen. Dort werden wir die Raumtemperatur auch senken und Bewegungsmelder installieren, um zum Beispiel die Leuchten in den Fluren zu regulieren.

Das Rathaus ist denkmalgeschützt. Gestaltet es sich dort schwieriger, etwas umzusetzen?
Das Rathaus ist unter energetischen Gesichtspunkten nicht vergleichbar mit einem Neubau, wie zum Beispiel in Walzbachtal. Der Speicher in unserem Haus beispielsweise ist in einem ungedämmten Zustand. Dort werden wir die historischen Türen von innen isolieren, damit es keine Kaltluftbrücken mehr gibt. Es ist zu begrüßen, dass das Land umdenkt und es künftig hoffentlich möglich sein wird, Photovoltaik-Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden wie dem Rathaus einzusetzen. Wenn durch diese Maßnahme die Qualität des Denkmals beeinträchtigt wird, wie es zum Beispiel beim Schloss Gondelsheim der Fall wäre, geht das natürlich nicht.

Während der Heizperiode empfiehlt der Gesetzgeber in öffentlichen Gebäuden eine Raumtemperatur von 20 Grad …
… und sollte der Gesetzgeber noch tiefer gehen, tun wir das auch. Bekanntermaßen wird rund sechs Prozent Energie gespart, wenn die Temperatur nur um ein Grad Celsius gesenkt wird.

Gilt das auch für die Gemeinschaftsschule?
Ja, wir werden auch dort die Raumtemperatur anpassen müssen, was natürlich auch an die Eltern kommuniziert wird. Die Schule hat zudem ein Blockheizkraftwerk auf Gas-Basis in Betrieb – dazu werden wir uns Gedanken machen und uns mit der Frage beschäftigen müssen, auf welcher Basis wir die Schule künftig beheizen können, wenn Gas weiterhin ein knappes und sehr teures Gut bleibt. In der Schule haben wir auch noch das Problem, dass sich manche Maßnahmen nun beißen. In den Klassenzimmern stehen Luftreiniger. Wie kann man angesichts dessen Strom sparen und gleichzeitig verhindern, dass die Corona-Pandemie verschärft wird? Es gibt Widersprüche, die kann man nur schwer lösen. Aktuell werden wir die Luftreiniger nicht einschalten, wenn es nicht notwendig ist. Wenn die Corona-Pandemie jedoch im Herbst wieder große Probleme bereiten sollte und die Schließung der Schule droht, dann müssen wir meiner Meinung nach, die Luftreiniger wieder einschalten.

Gab oder gibt es auch Punkte, die noch zur Diskussion stehen?
Ja, die Straßenbeleuchtung. Da müssen natürlich auch Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Darüber sind wir mit der EnBW im Gespräch. Einspareffekte lassen sich etwa durch die Reduzierung, beziehungsweise das Abschalten der LED-Straßenbeleuchtung zum Beispiel in den Nachtstunden erzielen.

Die umgesetzten Maßnahmen sind durchaus proaktiv. Ist das auch Ihr genereller Führungsstil?
Zu meiner Aufgabe als Bürgermeister gehört es, Entwicklungen zu erkennen und Herausforderungen frühzeitig anzugehen. Es war mir immer wichtig, dass wir als Gemeinde unseren eigenen Weg gehen und dass Gondelsheim immer mit an der Spitze von Entwicklungen steht. Wir haben auch viele Anfragen von anderen Gemeinden bekommen, ob wir unseren Maßnahmenplan teilen können, wobei natürlich viele Punkte sehr ortsspezifisch sind. Wir sind aber keineswegs missionarisch unterwegs, um alle von unseren 28 Punkten zu überzeugen (lacht). Aber ich würde mir sehr wünschen, dass zumindest die Gondelsheimer Bürger diesen Weg mitgehen, jeder auf seine Weise.

Gondelsheim denkt intensiv über selbst produzierten Strom für den Eigenbedarf nach

Saubere Sonnen-Energie soll der Umwelt helfen und die Versorgungssicherheit erhöhen

Sauberen Strom für den Eigenbedarf selbst produzieren – ein Gedanke, den Gondelsheims Bürgermeister Markus Rupp nicht erst seit der jüngsten Energieknappheit umtreibt. „Selbst erzeugte Energie hilft uns, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und wir leisten damit gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz“, betont er und denkt dabei an einen Ausbau der Photovoltaikanlage auf den Dächern der Kraichgauschule sowie neue Anlagen für die Kindertagesstätte Schneckenhaus und das Feuerwehrhaus in den Gölswiesen. Wobei es bei dem Thema weniger um das Ob, sondern eher um das Wie geht. „Für die Umsetzung benötigt man einiges Fachwissen“, macht Rupp deutlich. 

Dieses Know-how bringt beispielsweise die BürgerEnergiegenossenschaft (BEG) Kraichgau mit. „Das könnte ein interessanter Partner für uns sein“, findet der Bürgermeister und ergänzt: „12 Jahre Erfahrung, zahlreiche erfolgreich umgesetzte Projekte, in der Region verwurzelt und als Genossenschaft eine Initiative mitten aus der Bürgerschaft heraus und in der sich auch jeder Gondelsheimer einbringen kann, das spricht für sich.“ 

Erste Sondierungsgespräche haben er, die Gemeindeverwaltung sowie der Gemeinderat in einer Sitzung bereits geführt. „Was wir dabei von den Energie-Spezialisten Holger Steuerwald und Dennis Koppenhöfer gehört haben, klang sehr vernünftig und zukunftsgerichtet“, fasst Rupp seine Eindrücke zusammen. 

Ein weiterer Vorteil in einer Kooperation mit dem erfahrenen externen Partner liegt für ihn in der Umsetzungsgeschwindigkeit: 

„Wir als Gemeinde haben weder die Kenntnis noch den Zugang zu Lieferanten, beispielsweise bei der Beschaffung von Photovoltaikanlagen. Setzen wir solch ein Projekt im Alleingang um, dauert das sicherlich länger und bedeutet wahrscheinlich auch höhere Kosten.“ Ohne die Überlegungen des Gemeinderats vorwegnehmen zu wollen, kann sich Rupp durchaus vorstellen, den Austausch mit der BEG Kraichgau fortzuführen und gemeinsam mit ihr Projekte in Gondelsheim umzusetzen. 

Vielleicht hat bis dahin die Landesregierung die Bestimmungen des Denkmalschutzes endgültig dahingehend geändert, dass auch auf historischen Gebäuden saubere Sonnenenergie erzeugt werden darf. Denn dann kommt auch das Rathaus Gondelsheim als zusätzlicher Stromproduzent in Frage.

Herzlichst 

Ihr

Markus Rupp, Bürgermeister