Der Mühlenweg

"Mühlenweg"

Karte RW 3

Tour in Kürze: Ein Rundweg vom Rathaus, Schloss, Nymphenbrunnen, ev. Kirche, Heck Mühle über die Gemarkungen Neibsheim, Antoniuskapelle, Diedelsheim, Hügelgrab  zurück ins Saalbachtal.

Streckenlänge:

Rundweg 8,0 km
Wanderzeit ca. 2,0 Std.
Höhenmeter (Grillhütte) ca. 250 m ü.  NN
Höhenunterschied vom Start ca. 90 m
Markierung RW 3
Rastplatz Bänke stehen bei der Antoniuskapelle,
und an der Grenze zum Lehrwald.

 

Anforderungen: Gering, festes Schuhwerk empfehlenswert

Und nach dem Wandern besuchen Sie die Gondelsheimer Gastronomie.

Adressen, Öffnungszeiten, Telefonnummern von allen Gondelsheimer Gaststätten finden Sie unter: www.gondelsheim.de

Anfahrt: Mit der Stadtbahn S9 Haltepunkt Bahnhof. Sofort Richtung ev. Kirche starten.

Oder: Haltepunkt Schlossstadion, Sparbachstraße, in der Hofstadt, Rössener Grund zum Rathausplatz. Beim Start am Rathaus.

Parkplätze: mit dem Auto zum Rathaus (Parkmöglichkeit auch an der Saalbachhalle).

Kartenmaterial:

Information: www.gondelsheim.de (Kultur & Tourismus)

 

 

Start: Am Rathaus

 

Ausgangspunkt ist der Rathausplatz, Parkplätze auch neben der Saalbachhalle (1).

An den Informationstafeln für den historischen Rundgang, Planetenweg / Kraichgau – Sternwarte, Ortsplan und Wanderwege.

Wenn Sie mit der Stadtbahn kommen, starten Sie am Bahnhof.

 

  • Vom Rathausplatz (1) gehen wir links die Bruchsalerstraße entlang bis zum Löwentor, dann links die Bahnhofstraße zum Bahnhof.

    Weiter über den Bahnübergang zum Schloss / Kirche.
  • (2) Schloss, alter Turm, Nymphenbrunnen, engl. Garten, Kriegerdenkmal.
  • (3) ev. Kirche /Pfarrhaus.
  • Die Mühlstraße entlang, vorbei an der ehemaligen unteren Mühle (Haus Nr. 12) Richtung Heck – Mühle (4).Hier steht nochmals ein großes Infoschild

  • Nach ca` 50 m,
    dem letzten Haus biegen wir links in den Wallsgrabenweg ein. Markierung RW 3,

  • gehen nach ca` 700 m halb links den Weg Richtung Wald (Hälden).
  • nach ca`  250 m, beim zweiten Weg biegen wir links ab und erreichen oben angekommen die Gondelsheimer Gemarkungsgrenze. Wir gehen halb rechts weiter und folgen nach ca`  850 m den Schildern Antonius – Kapelle

  • den Schilder RW3 und Antoniuskapelle folgend erreichen wir die Antonius – Kapelle (5).

  • überqueren das „Michental“, ein kurzer Anstieg und erreichen oben den höchsten Punkt unserer Wanderung, den Brettener Stadtwald (Lehrwald V / 10). Bänke laden ein zur Rast. Bei guter Sicht kann man den Nordschwarzwald erkennen.
    Nun trennen sich die Wege, das gelbe Dreieck (vom Odenwaldklub) zweigt links Richtung Großvillars ab.
    Wir gehen geradeaus den Trampelpfad entlang Richtung Hügelgrab. (6).

  • Weiter, bis von links ein befestigter Weg kommt,
    auf diesem Weg verlassen wir den Wald und gehen westlich oberhalb des Bauernhofes,
    links sehen wir den Elfinger Berg, die Diedelsheimer Höhe, und den Nordschwarzwald

    rechts die Totholzfläche.
    Totes Holz ist für Insekten, Amphibien, Igel und Siebenschläfer ein Überwinterungsplatz, ein Lebensbereich für Kleinsäuger und Vögel und somit für die Artenvielfalt sehr wichtig.

- Bevor wir den Wald verlassen ist ein Abstecher zum „Weckerlesbrünnle“ möglich.

  • Kurz vor dem Bauernhof gehen wir rechts, halten uns auf dem befestigten Weg immer links, vorbei am Gartengebiet „Seeberg“ und erreichen unten im Saalbachtal den Postweg.

 

  • Wir biegen rechts ab Sehen links das Wehr, (7)
    welches den Saalbach in den Mühlkanal leitet. Dem Mühlkanal folgen wir bis zur Heckmühle.

    Die Mühlstraße , Neibsheimerstraße, Bahnhofstraße, Bruchsalerstraße entlang erreichen wir das Rathaus unseren Ausgangspunkt.

 

[1] Rathausplatz/Bahnhofsplatz

Der beschilderte Rundweg (RW3) durch die Gondelsheimer Gemarkung beginnt und endet auf dem Rathausplatz/Bahnhofsplatz.

Das Rathaus 1750 als Zehntscheuer, der Freiherrn von Mentzingen erbaute.

Ab Juni 1879/80 Umbau der Zehntscheuer zum Rathaus mit Lehrerwohnung, Ortspolizist und Arrestzelle für 15.000 Mark. 2002 die jüngste Renovierung.

 

[2] Schloss, Alter Turm,  Nymphenbrunnen

Das Gondelsheimer Schloss bietet zusammen mit seinen Nebengebäuden, dem Park, der englischen Anlage und dem Nymphenbrunnen ein malerisches Ensemble. Wer ist nicht fasziniert von diesem in den Jahren 1857-1861 im angloschottischen Stil errichteten Meisterwerk der Architektur, seinen 1906 angebauten Flügeln im Jugendstil, den Ornamenten, Reliefs, Wappen, Zinnen und Erkern? Auch im Inneren prägt der Jugendstil die hölzernen Wandvertäfelungen, die farbige Mosaikverglasung der Fenster und die Möblierung. Glanzstück ist dabei zweifellos der Speisesaal – auch Titanic-Saal genannt. Einen Steinwurf vom Schloss entfernt steht der alte Turm auf einer Anhöhe, Überrest einer Wehrkirche aus dem 12./13. Jahrhundert und ältestes Gondelsheimer Bauwerk. Erst in den 1960er Jahren wurden im Inneren Fresken entdeckt, die um 1430 entstanden sind. Dargestellt sind ein Apostelzyklus und die aus dem Orient stammende Legende von den drei Lebenden und den drei Toten. Der Gondelsheimer Nymphenbrunnen ist eine Replik des Originals „Drei tanzende Mädchen“ von Walter Schott aus dem Jahre 1903. Weltweit gibt es nur vier Exemplare des Jugendstilbrunnens, dessen Entwurf 1897 auf der Weltausstellung in Brüssel prämiert wurde, und eines ziert seit 2003 den Schlosspark. Wenig bekannt war lange über den einst neben dem Schloss in Art eines „englischen“ Landschaftsgartens angelegten Schlosspark. 2008 ist der Landschaftspark nach den alten Plänen wiedererstanden.

 

[3] Evangelische Kirche


Die Kirche wurde 1842 im Weinbrenner-Stil errichtet, im Zweiten Weltkrieg jedoch stark beschädigt. Inzwischen ist sie innen wie außen längst wiederhergestellt. Für das Kircheninnere wurde eine helle, freundliche, fein abgetönte Bemalung gewählt. Schräg gegenüber, an der Ecke der historischen Mühlstraße und der neuen Neibsheimer Straße, fällt das 1895 errichtete evangelische Pfarrhaus auf. Auf dem Platz vor der Kirche stoßen wir zudem auf das Kriegerdenkmal aus dem Jahre 1936.

 

[4] Untere Mühle (Mühlstraße 12)

Obere Mühle, Heck Mühle (Mühlstraße 20)

Ehemalige Untere Mühle

Heckmühle

In das ausgehende Mittelalter reicht die Geschichte der Gondelsheimer Mühlen zurück. Dieser dichte Besatz mit Mühlen, von denen bis ins 20. Jahrhundert immerhin noch zwei – die obere und die untere – existierten, zeugt von der Bedeutung der Landwirtschaft für Gondelsheim. Nicht selten in der Geschichte der Mühle waren Streitigkeiten um Wassernutzung, technische Ausstattung und Anzahl der einzelnen Mahlgänge. Um 1900 beschäftigte z. B. die Obere Mühle sieben Arbeiter und betrieb parallel dazu, bedarfsweise auch mit Dampfkraft, eine sehr moderne Kunstmühle. Verarbeitet wurde nur zu einem Viertel heimisches Getreide, den großen Rest brachten Landwirte aus der weiteren Region zusammen. Verheerende Mühlenbrände von 1885, 1908 und 1911 jedoch brachten die Mühle an den Rand des wirtschaftlichen Ruins. Der Kamin ist der letzte Zeuge der Dampfmaschinenzeit. Die Gondelsheimer Heck-Mühle besteht bis heute. Sie übernimmt während der Getreideernte im Sommer Weizen, Roggen, Hafer, Winter- und Braugerste sowie Mais von Landwirten aus einem Einzugsgebiet von rund 15 Kilometern. In 24 Stunden können 40 Tonnen Getreide vermahlen werden, die Lagerkapazität in den beiden 1963 und 1981 erbauten Turmsilos mit einer Höhe von 33 und 45 m beträgt 5000 Tonnen. Absatz findet Gondelsheimer Mehl vor allem bei Bäckereien und Restaurants in der Region, während die Braugerste zur Bierherstellung an die Malzfabriken weiterverkauft wird. Zur Produktpalette gehören des weiteren Tier-Futtermittel, (für Hunde und Pferde).  Die Sweet & Lucky GmbH wurde im Jahr 2003 von den Geschwistern Viktoria, Alexandra und Christoph Brauch gegründet und hat sich in den letzten Jahren als größter Hersteller von Glückskeksen in Deutschland etabliert.

 

[5] Antoniuskapelle Neibsheim

Dem heiligen Antonius von Padua ist seit dem 19. Jahrhundert die Neibsheimer Antoniuskapelle im Gewann Michental gewidmet. Die Kapelle wurde im Frühjahr 2011 umfassend renoviert und am 13. Juni 2011, dem Patronatstag des Antonius, mit einer Prozession samt Messe feierlich wieder eingeweiht.

Antonius, geboren am 15. August 1195 in Lissabon, entstammte Adelsfamilie. Mit 15 Jahren wurde er Augustiner-Chorherr. Er studierte in Lissabon und Coimbra und empfing die Priesterweihe. 1220 trat er in den Franziskanerorden über und ging als Missionar nach Marokko. Wegen einer Krankheit musste er Marokko wieder verlassen; durch einen Sturm gelangte er nach Sizilien, lebte dann einige Zeit als Einsiedler bei Assisi, wo er auch 1221 am Generalkapitel der Franziskaner teilnahm. Hier traf er den Ordensgründer Franz von Assisi. Antonius fiel durch seine außergewöhnliche Redebegabung auf. Daher wurde er beauftragt, in Italien den Albigensern und Waldensern und in Südfrankreich den Katharern zu predigen. 1227 kehrte er nach Oberitalien zurück, wo er als Bußprediger, Ordensprovinzial und an der Universität Bologna als Lektor der Theologie für die Franziskaner wirkte. Von seinen zahlreichen Aufgaben und Reisen erschöpft, zog er sich 1230 von seinen Ämtern zurück. Er starb am 13. Juni 1231 bei Padua.

 

[6] Bronzezeitliches Diedelsheimer Hügelgrab

Der Grabhügel im Diedelsheimer „Lehrwald“ wurde am 16. Mai 1888 vom großherzoglichen Konservator E. Wagner ausgegraben. Der Hügel hatte damals einen Durchmesser von 20 m und eine Höhe von 1,50 m. Wagner hob damals eine kreisförmige Grube von 11 m Durchmesser aus und entdeckte dabei Reste von Bestattungen, allesamt bronzene Fragmente wie Nadeln, Dolchklingen etc. Die Beigaben datieren den Fund in den mittleren Abschnitt der Bronzezeit, die sogenannte Hügelgräberbronzezeit (1200 – 1500 v. Chr.). Die Toten wurden damals in Rückenlage ebenerdig bestattet. Sie bekamen Schmuck, Gefäße und Waffen als Beigaben. Abschließend wurde über der Bestattung der Grabhügel aufgeschüttet. 2008 wurde die Grube wieder fachmännisch zugeschüttet und in ihren Originalzustand gebracht.

 

[7] Wehr

Das zwischen Gondelsheim und Diedelsheim im Saalbach eingebaute Wehr wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs durch Bombenabwurf alliierter Flieger zerstört, aber schon 1946 wieder aufgebaut.

Das Wehr leitet den Saalbach in den Mühlkanal.

Auf dem Postweg geht der Weg nun wieder zurück, vorbei an der Mühle zum Ausgangspunkt Bahnhof/Rathaus.