"Karrheckenweg"

Wald, Grenzsteine, Pferde und Römer"

 

  Karte RW 2

  

Tour in Kürze:     Eine idyllische Wanderung durch den Karrheckenwald.

 

Die hügelige, manchmal sanft wellige, ein andermal wieder steil ansteigende Kraichgaulandschaft rings um Gondelsheim hat vieles zu bieten: interessante Natur, ebenso aber immer wieder kulturelle Zeugnisse individuellen Wirkens.

Um beides zu entdecken, bietet sich das Wandern an. Heinz Rätz hat zusammen mit der Gemeinde Gondelsheim den rd. 9,0  km langen „Karrheckenweg“ zusammengestellt, der mit allen bedeutenden Elementen der Gondelsheimer Kulturlandschaft vertraut macht und tiefe Einblicke in die Ortsgeschichte vermittelt.

  

RW2 ist ein Rundweg vom Rathaus, kath. Kirche, über die B35, Brunnenberghohl, Karrheckenwald, Erdbeerhof (Pferdehof), den Lohrweg entlang, vorbei am Rückhaltebecken, kath. Kirche zum Rathaus.

  

Streckenlänge:     

Rundweg 9,0 km                           
Wanderzeit ca. 2,5 Std.
Höhenmeter (Grillhütte) ca. 241 m ü.  NN
Höhenunterschied                                  vom Start         ca. 80 m   
Markierung RW 2
Rastplatz kurz vor dem Erdbeerhof

      

Anfahrt: Mit der Stadtbahn S9 Haltepunkt Bahnhof,  über die Bahnhofstraße, Bruchsaler Straße zum Ausgangspunkt Rathausplatz.

Oder: Haltepunkt Schloßstadion, Sparbachstraße, in der Hofstadt, Rössener Grund zum Rathausplatz

Parkplätze: Parkmöglichkeiten am Rathausplatz und hinter der Saalbachhalle.

Und nach dem Wandern besuchen Sie die Gondelsheimer Gastronomie.

Adressen, Öffnungszeiten, Telefonnummern von allen Gondelsheimer Gaststätten finden Sie unter: www.gondelsheim.de 

 

Start: Am Rathaus

 

Ausgangspunkt ist der Rathausplatz - Parkplätze auch neben der Saalbachhalle [1], 

an den Informationstafeln für den Historischen Rundgang, Planetenweg / Kraichgau – Sternwarte, Ortsplan und Wanderwege.

 

  • Vom Rathausplatz gehen wir über die Bruchsalerv Straße zur Obergrombacher Straße, biegen links in die Fasanenstraße, weiter über die Jöhlinger Straße die Kirchbergstraße hoch an der katholischen Kirche vorbei zur Brücke der B35. [2]. Ab der Jöhlinger- / Kirchbergstraße Beschilderung mit „RW2“.
    Ab der Kreuzung Fasanenstraße, Jöhlinger Straße, Kirchberg zeigen die Schilder „Grillhütte“ für die nächsten 2 km auch den richtigen Weg.
     
  • (Brücke B35 km 0,6). Weiter über die Brücke, dann halblinks durch die Brunnenberghohl.
     
  • Nach der Hohl, (rechts sehen wir die Kraichgau - Sternwarte), gehen wir nach ca` 300 m halblinks weiter vorbei am Grillplatz [3] zum Waldesrand, hier haben wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Ein herrlicher Blick auf einen Teil von Gondelsheim bis Neibsheim,
    (km 2,15) ca` 241 m ü.NN. (Der höchste Punkt von Gondelsheim ist an der Waldgrenze der Kreisstraße nach Jöhlingen mit 242 m ü. NN).
     
  • Wir gehen geradeaus den Karrheckenweg weiter, bewundern links und rechts einige sehenswerte Grenzsteine [4] bis zur Abzweigung nach rechts (am Dreimärker). [5] (km 3,90)

      Der Dreimärker Grenzstein wird von den Experten als Viermärker bezeichnet. Begründung: Er ist auf
      vier Seiten beschriftet. Aber nur 3 Gemarkungen, Gondelsheim, Bretten - Diedelsheim, Walzbachtal
      – Jöhlingen grenzen. Es bleibt aber der Dreimärker.

  • Wir gehen Talwärts und biegen rechts, dann links, dann rechts in Richtung Erdbeerhof ab oder  machen noch einen kleinen Abstecher zum Römerbrunnen. 

    An der Kreuzung ca`500 m geradeaus liegt der Römerbrunnen [6] (auf Jöhlinger Gemarkung)
     
  • (km 5,1) Vor dem Erdbeerhof machen wir auf dem Rastplatz eine Pause.
    Bitte halten Sie den Rastplatz sauber. Nehmen Sie bitte alle Abfälle (leere Flaschen, Papier etc.) mit zu den Papierkörben im Ort oder nach Hause in die Tonne.
  •   
  • Vorbei am Erdbeerhof [7] gehen wir den Lohrweg entlang. Bei km 7,1 ca`50 m vor der Jöhlinger Straße biegen wir rechts ab, den ersten Weg gleich wieder links, lassen das Rückhaltebecken [8] links liegen. Erreichen nach dem Dr. Pricken-Privatgelände wieder über die B35-Brücke, kath. Kirche, Kraichgauschule unseren Ausgangspunkt Rathausplatz.

  

 

[1] Rathausplatz/Bahnhofsplatz

Der beschilderte Rundweg (RW 2) durch die Gondelsheimer Gemarkung beginnt und endet auf dem Rathausplatz/Bahnhofsplatz.

                           

1750 als Zehntscheuer von den Freiherrn von Mentzingen erbaut.

Ab Juni 1879/80 Umbau der Zehntscheuer zum Rathaus mit Lehrerwohnung, Ortspolizist und Arrestzelle für 15.000 Mark. 2002 die jüngste Renovierung.

 

 

[2] Katholische Kirche, Jahneiche

 

Nach Grundsteinlegung (Juni 1968) und Einsegnung (September 1969) wurde die katholische Kirche "Guter Hirte" im Juni 1970 von Weihbischof Karl Gnädinger geweiht. Zu Pfingsten 1971 war die Weihe der Glocken im neuen Gotteshaus, die Tonlage wurde bewusst auf das Geläute der evangelischen Kirche im Tal abgestimmt, so dass ihr Klang beim gemeinsamen Anschlagen harmoniert. Die Jahneiche steht links an der Straßenecke vor der B35-Brücke. Sie wurde 1971 zum Gauwandertag gepflanzt.

 

 

  

 

[3] Grillplatz / Grillhütte

 

 

Aussicht vom höchsten Punkt der Wanderung am Grillplatz

 

 

 

 

[4] Grenzsteine

 

 

 

Alte Grenzsteine trennten die Herrschaftsbereiche der deutschen Kleinstaaterei vornehmlich ab dem 18. Jahrhundert und sind auch heute noch an den alten Landesgrenzen zu finden. Obwohl schon viele davon verschwunden sind oder in sog. "Grenzsteingärten" vor Diebstahl geschützt werden, verstecken sich heute noch viele solcher Bodendenkmäler in den Wäldern.

Alte Grenzsteine sind Bestandteil der Geschichte unserer Region. Achten Sie bitte darauf, dass die noch vorhandenen Steine dort bleiben, wo sie sind und nicht - wie schon oft geschehen - beschädigt und beschmiert oder in irgendwelche Vorgärten abtransportiert werden. - Alte Grenzsteine sind meist auch heute noch offizielle Grenzmarkierungen. Wer sie beschädigt oder von ihrem Standort entfernt, macht sich strafbar.

 

 

[5] Dreimärker / Dreiherrenstein

 

 

Als Dreiherrensteine oder Dreimärker werden Grenzsteine bezeichnet, an deren Standort die Grenzen von drei Herrschaftsgebieten oder Gemarkungen zusammenlaufen. Zumeist sind sie in Dreiecksform gestaltet.

 


[6] Römerbrunnen

 

 

 

 [7] Erdbeerhof

 

                

               Erdbeerhof 1958                                                    Erdbeerhof 2011

 

1720 wurde unter den Menzinger der Erdbeerhof gebaut.

Im Mai und Juni 1761 gelangt Gondelsheim sowie die zur Ortsherrschaft zählenden Höfe Bonartshäuserhof und Erdbeerhof von der Kurpfalz in den Herrschaftsbereich des Markgrafen.

1790 ging der Erdbeerhof durch Kauf an die badischen Prinzen Friedrich und Ludwig Wilhelm August über. Im 19. Jahrhundert wechselte er aus dem Besitz des Großherzogs Ludwig, durch Heirat seiner Tochter, an die Grafen Douglas, die ihn bis Ende des 20. Jahrhunderts besaßen.

Der Erdbeerhof ist heute im privaten Besitz und wird als Pferdehof betrieben.

  

Römische Funde in der Nähe vom Erdbeerhof, Nr.: 7 und 12

Plan aus Gondelsheimer Geschichte (Band 1) 1994

 

 

 

 

[8] Hochwasserrückhaltebecken Lohrgraben

 

 

  

Erbaut 1951 - 1952
Erweitert 1976 - 1977
Saniert 2009 - 2010
   
Rückhaltevolumen 100.000 m³
Staufläche 4,2 ha
Einzugsgebiet 5,50 km²
Dammlänge 95 m
Dammhöhe 9,40 m