"Riedwiesenweg"
Sterne - Hecken - Panorama
 

›  Karte Wanderweg 

  

Tour in Kürze: Eine idyllische Wanderung zum Kraichgaublick.

Die hügelige, manchmal sanft wellige, ein andermal wieder steil ansteigende Kraichgaulandschaft rings um Gondelsheim hat vieles zu bieten: interessante Natur, ebenso aber immer wieder kulturelle Zeugnisse individuellen Wirkens.

Um beides zu entdecken, bietet sich das Wandern an. Heinz Rätz hat zusammen mit der Gemeinde Gondelsheim den rd. 8,5 km langen „Riedwiesenweg“ zusammengestellt, der mit allen bedeutenden Elementen der Gondelsheimer Kulturlandschaft vertraut macht und tiefe Einblicke in die Ortsgeschichte vermittelt.

RW1 ist ein Rundweg vom Rathaus, Planetenweg / Kraichgau - Sternwarte, flächenhaftes Naturdenkmal Bruch, Heckenlehrpfad, Kraichgaublick, Bonartshäuser Hof, Marktplatz zum Rathaus.

Streckenlänge:  

Rundweg 8,5 km
Wanderzeit ca. 2,5 Std.
Höhenmeter (Kraichgaublick) ca. 235 m ü. NN
Höhenunterschied ca. 75 m
Markierung RW 1
Rastplatz Kraichgaublick
Abkürzung (Bruch, Heckenlehrpfad ohne Kraichgaublick)      7,5 km
Wanderzeit ca. 2 Std.

 

Anfahrt: Mit der Stadtbahn S9 Haltepunkt Bahnhof,  über die Bahnhofstraße, Bruchsaler Straße zum Ausgangspunkt Rathausplatz.

Oder: Haltepunkt Schloßstadion, Sparbachstraße, in der Hofstadt, Rössener Grund zum Rathausplatz.

Parkplätze: mit dem Auto zum Rathaus (Parkmöglichkeit auch an der Saalbachhalle).

Und nach dem Wandern besuchen Sie die Gondelsheimer Gastronomie.

Adressen, Öffnungszeiten, Telefonnummern von allen Gondelsheimer Gaststätten finden Sie unter: www.gondelsheim.de 

 

Start: Am Rathaus

 

Ausgangspunkt ist der Rathausplatz, Parkplätze auch neben der Saalbachhalle (1).

An den Informationstafeln für den Historischen Rundgang, Planetenweg / Sternwarte, Ortsplan und Wanderwege.

  • die Bruchsaler Straße entlang (Richtung Bruchsal),
  • nach ca`400m biegen wir links in den Bruchweg ein (2. Strasse links),
  • nach der Unterführung der B35 gehen wir rechts, links, rechts den Planetenweg zur Sternwarte (2),
  • nach der Sternwarte gehen wir rechts, dann gleich wieder links am Flächenhaften Naturdenkmal   Bruch (3) vorbei und gehen dann links den Schotterweg hoch Richtung Wald,

     und erreichen am Waldesrand unser Ziel „Kraichgaublick“ (5) 
     ein gemütlicher Rastplatz zur verdienten Vesperpause.

  • Der Rückweg geht rechts neben der Obergrombacher Straße,
  • vor dem Abbiegen Richtung Bonartshäuserhof ist links der Obergrombacher Straße der Heckenlehrpfad, (4), ein Besuch lohnt sich immer.

    Wir biegen rechts ab, und erreichen den „Bonartshäuser Hof“ (6)

  • den Bonartshäuserhof durch biegen wir links in den Riedwiesenweg ein, erreichen die Jöhlinger Strasse und gehen weiter bis zum Marktplatz, Drouè Platz, Friedrichsbrunnen, Loewenthor
  • wir gehen links weiter die Bruchsaler Straße entlang bis zu unserem Ausgangspunkt Rathaus

 Abkürzung:

  • beim Flächenhaften Naturdenkmal Bruch (3) biegen wir links ab, nach ca`200 m wieder rechts den befestigten Weg bis Sie am Heckenlehrpfad (4) wieder links abbiegen. Den Heckenlehrpfad entlang bis zur Obergrombacher Straße. Nach dem überqueren geht es den gleichen Weg (wie ohne Abkürzung) weiter zum „Bonartshäuser Hof“

  

[1] Rathausplatz/Bahnhofsplatz 

               

     

Der beschilderte Rundweg (RW 1) durch die Gondelsheimer Gemarkung beginnt und endet auf dem Rathausplatz/Bahnhofsplatz.

Wir folgen zuerst Innerorts der „Bruchsaler Straße“ bis zum „Bruchweg“ und zweigen dort nach links ab, passieren eine Unterführung, wenden uns wieder nach rechts und befinden uns dann auf dem Planetenweg in Richtung Sternwarte.

 

 

[2] Planetenweg/Kraichgau-Sternwarte

 

Der 2 km lange Streckenabschnitt bis zur Sternwarte kann sich in Dimensionen von Milliarden Kilometern messen lassen. 2005 avancierte der Feldweg zur Planetenautobahn. Jeder Planet von Sonne bis

Pluto findet „seinen“ Platz auf der Gondelsheimer Gemarkung – wenn auch im Maßstab 1:4 Milliarden. Die auf zehn Standsäulen angebrachten Tafeln informieren nicht nur über die wichtigsten Fakten jedes Sonnentrabanten, sie veranschaulichen auch die Größenverhältnisse am Modell.

Von einer Baumgruppe verdeckt, findet man am Ende des Planetenwegs die Kraichgau-Sternwarte. Auf den ersten Blick ein unscheinbares Mauerviereck mit Metallkuppel, erschließt sich bei den nächtlichen Öffnungszeiten dessen Innenleben. Mit einem computergesteuerten Teleskop bietet das 1985 auf ehrenamtlicher Basis errichtete Observatorium faszinierende Einblicke in die planetare Vielfalt des Weltalls. Der Verein „Kraichgau-Sternwarte Gondelsheim" offeriert Interessierten in regelmäßigen Abständen die Teilnahme an seinen nächtlichen „Himmelsexkursionen".

 

 

[3]  Landschaftsschutzgebiet  „Bruch“/Flächenhafte Naturdenkmale „Hofmannsbruch“ und „Bruch“

 

Das Landschaftsschutzgebiet mit einer Fläche von über 22 Hektar dient seit 2008 der Sicherung eines vielfältigen Ausschnittes der historisch geprägten Kraichgaulandschaft. Es ist ein Refugium für gefährdete Tiere und Pflanzen inmitten intensiv genutzter Agrarlandschaft. Dort hat sich ein abwechslungsreicher Biotopkomplex erhalten. Vorhanden sind Biotoptypen wie Feuchtwald, Brachwiese mit Schilfröhricht, Großseggen-Ried, Graben und Tümpel sowie Streuobstwiesen und Hecken. In der weitgehend ausgeräumten, ackerbaulich genutzten Landschaft ist dieser Biotopkomplex ein wertvoller Trittstein in der Landschaft und Lebensraum für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Insbesondere die Kombination von Gehölzbeständen und einer inselartigen Zone aus strukturreichen Schilf-, Seggen- und Altgrasbeständen mit einer Feuchtigkeitsprägung ist für verschiedene Vogelarten ein optimales Bruthabitat. Auch für Libellen und Amphibien hat das Gebiet große Bedeutung. Schutzzweck der flächenhaften Naturdenkmale ist die Sicherung, Erhaltung und Entwicklung zweier von Quellbereichen und Feuchtigkeit geprägten Landschaftsausschnitte.

 

 

 [4] Heckenlehrpfad „Bonartshäuser Hof“

 

Der Heckenlehrpfad ist ein gelungenes Beispiel für wirksamen Naturschutz und Umweltbildung. Insgesamt wurden bei diesem Projekt mehrere hundert Meter mit heimischen Sträuchern, Wildrosen sowie standorttypischem Gebüsch bepflanzt und mit erläuternden Tafeln versehen.  


Über einzelne Tierarten dieser Lebensräume erfährt man auf dem im Jahr 2000 eingeweihten Pfad ebenso Wissenswertes wie über die generelle Bedeutung solcher Heckenzüge: sie sind gewissermaßen die „Verbindungsstränge“ zwischen einzelnen Biotopen, machen den Naturhaushalt leistungsfähiger und schützen den Boden vor Erosion. 


Der Heckenlehrpfad hat Vorbildcharakter in der Region. Er ist nicht zuletzt durch großes ehrenamtliches Engagement, an vorderster Linie durch Frau Maria Feldmann, ihres Zeichens Gewinnerin des Kreisumweltschutzpreises 2003 entstanden. Ihre Mitstreiter waren die Wildforschungsstelle Aulendorf sowie der NABU Bretten.

 

 

[5]  Kraichgaublick

 

Es ist wahrlich der schönste Aussichtspunkt auf Gondelsheimer Gemarkung. Der Blick reicht vom Odenwald im Norden über Kraichgau und Stromberg im Süden bis hin zum Schwarzwald im Südwesten. Also machten sich, ob der begnadeten Lage im Distrikt „Hofforlenwald“ an der Gemarkungsgrenze zu Obergrombach/Helmsheim, ein Trupp von ehrenamtlichen Helfern unter Leitung des früheren Bürgermeisters der Gemeinde Gondelsheim, Herr Hans-Peter Willy im Jahre 2010 daran, einen Pavillon für Wanderer und Genießer des einzigartigen Panoramas zu bauen. Geboren war der „Kraichgaublick“, ein weiterer Höhepunkt im Freizeitangebot der Gemeinde Gondelsheim.

  

[6] Bonartshäuser Hof

 

Das imposante Ensemble des alten Gutshofes blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, deren älteste Wurzeln zurückreichen bis in das 14. Jahrhundert. Damals eine eigenständige Siedlung, erwies sich der Weiler „Bonartshausen“ als nicht autonom lebensfähig und bildete sich letztlich zu einem Hofgut zurück, das im 17. Jahrhundert in den Besitz der Gondelsheimer Grundherrschaft gelangte und seither im Pachtsystem bewirtschaftet wird.

Der Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Produktion lag im „Bonartshäuser Hof“ über Jahrhunderte auf dem Getreidebau. Seit 1995 hat sich dieses Bild verändert. Die Pferdehaltung samt Reitbahn hat auf dem Hof Einzug gehalten.

Schon die beeindruckenden Gebäude lassen ahnen, dass man es hier nicht mit einem gewöhnlichen landwirtschaftlichen Betrieb zu tun hat. In den Mauern einzelner Gebäude finden sich mehrere jahrhundertealte Wappensteine, die u.a. die Insignien der Kraichgauer Reichsritter sowie des Hauses Baden tragen.

Auf dem Riedwiesenweg geht es dann vorbei am Teich der Sportfischer und später an Hochwasserschutzvorkehrungen zurück zum Ausgangspunkt.