< Der Bürgermeister informiert KW 44
09.11.2017 08:31 Alter: 9 days

Der Bürgermeister informiert KW 45


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

nachdem der Verein „Jüdisches Leben im Kraichgau“ im letzten Jahr bereits die Kerwe-Ausstellung des Heimat- und Kulturvereins bestückt hatte, äußerte die Vorstandschaft um Frau Elisabeth Hilbert, den Wunsch, ich möge einmal durch die Geschichte der jüdischen Gemeinde Gondelsheim führen. 

Die habe ich vergangene Woche getan. Die „Brettener Nachrichten“ BNN (Arnd Waidelich) berichteten darüber am 2. November 2017: 

Vor Revolution gab es schon Ausschreitungen
Exkursion zu jüdischen Stätten in Gondelsheim
Markus Rupp skizziert Leben der Juden im Ort

„Juden und Deutschland – das ist nicht erst seit den zwölf Jahren Nationalsozialismus eine konfliktbeladene Beziehung. Um deren regionale Geschichte kümmert sich der Verein jüdisches Leben im Kraichgau. In Eppingen beheimatet, tut er das hin und wieder bei sogenannten externen Stammtischen. Jüngst führte ein solcher nach Gondelsheim. Keine bessere Gemeinde hätte sich der Verein dafür aussuchen können. Denn nicht nur stand mit Markus Rupp dort ein Experte zur Verfügung, der einen profunden Schatz an Wissen über die jüdischen Einwohner seiner Gemeinde hat. Gondelsheim hat vielmehr auch eine Geschichte reich an jüdischen Elementen.

Der gelernte Historiker und Mann an der Gondelsheimer Spitze räumte gleich mit der Mär auf, Gondelsheim sei in Zeiten des Nationalsozialismus deshalb nicht braun gewesen, weil die Synagoge die Reichskristallnacht unbeschadet überstand. Das, so stellte er richtig, grenze an Geschichtsklitterung und hänge allein damit zusammen, dass die Gondelsheimer jüdische Gemeinde bereits im Jahr 1925 weit vorher aufhörte zu existieren. Die Synagoge sei an einen Gondelsheimer Handwerker verkauft worden und damit ihrer Zerstörung wie etwa die in Bretten und Jöhlingen entgangen.

Genau dorthin führte die knapp 40 Teilnehmer die erste und wichtigste Station. Das Gebäude in der Leitergasse, immer noch in Privatbesitz, wurde am 13. April 1848 eingeweiht. Schon kurz vorher gab es erste Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung wie überall in Baden im Vorfeld der badischen Revolution. Bei vielen jüdischen Familien seien Fenster eingeworfen und Fensterläden zerstört worden, berichtete Rupp. Bei den sich anschließenden Untersuchungen hatte nach dem Prinzip der drei Affen niemand etwas gehört, niemand etwas gesehen und sagen wollte schon gar niemand etwas. Die Gondelsheimer Juden blieben unentschädigt auf ihren Schäden sitzen.

Der tief verwurzelte Antisemitismus hatte damit kein Ende. Wenige Jahre später habe ein Lehrer die jüdischen Schüler so sehr drangsaliert, dass sie schließlich in der Synagoge unterrichtet werden mussten. Von den Verfolgungen unter dem Nationalsozialismus seien nur mehr wenige Juden betroffen gewesen, denn von den einst 110 Gondelsheimer Juden waren die meisten schon vor dem Nationalsozialismus ausgewandert oder weggezogen. An die Gedenksteine, die erst jüngst in den Gehweg vor ihren Häusern eingelassen wurden, führten weitere Stationen.

Trotz dieses Schicksals konnte Markus Rupp eine gehörige Portion Lokalstolz mit der Geschichte der Gondelsheimer Juden verbinden. Der wirtschaftlich sehr erfolgreiche Jakob Hecht sei 1958 zum Ehrenbürger ernannt worden. Dessen Sohn habe in der Frage wie umgehen mit dem Nationalsozialismus eine scharf gegensätzliche Position bezogen. Er habe sich schließlich der zionistischen Bewegung im Kampf für einen jüdischen Staat in Palästina angeschlossen. Dort sei Rudi Hecht zu einem der engsten Berater von Ministerpräsident Menachem Begin aufgestiegen und habe auch an den Verhandlungen in Camp David mit Anwar el Sadat teilgenommen. Und ein weiterer in Gondelsheim geborener Jude habe es europaweit zu Ruhm gebracht: Max Levi, Gründer der Salamander-Schuhwerke, habe seine ersten Lebensjahre in Gondelsheim verbracht.“

Neues vom „Bounty“
Zaubersprüche und rauchende Köpfe

Packende Duelle, knisternde Spannung, bebende Gefühlsausbrüche, Herzrasen verursachende Überraschungen, Freud und Leid im Sekundentakt wechselnd – ungefähr so lässt sich die Atmosphäre bei unserem zweiten TCG-Turnier beschreiben. Die nun schon feste Spielegruppe, die das Sammelkartenfieber so voll und ganz erfasst hat, traf sich anlässlich des Erscheinens einer neuen Edition zum Wettkampf im Jugendtreff. Unter Michels Leitung bewarfen sich die Jugendlichen mit fürchterlichen Zaubersprüchen, beschworen schreckliche Kreaturen herauf und begegneten den argen Herausforderungen des Gegenübers. Über drei Turnierrunden im Kampf aller gegen alle wurde der Sieger ermittelt. Fern von elektronischen Medieninhalten versenkten sich die Jugendlichen für drei Stunden in eine Welt der Magie und duellierten sich rauchenden Kopfes im Rahmen eines herausfordernden Regelwerks. 

Die Vielfalt der dabei zum Einsatz kommenden Karten (jede mit eigenem Regeltext und spezifischen Fähigkeiten), komplexe Deck-Strategien, schier unendliche Kombinationsmöglichkeiten, die ständige Ungewissheit über des Gegners nächste Aktion und die Notwendigkeit, sich ein eigenes »Deck« – einen Spielkartenstapel mit individueller Taktik – zusammenzustellen, machen Teile des Reizes dieses Spielsystems aus. Im Anschluss ans Gefecht versenkten sich die jugendlichen Spieler in ihre Turnierpreise und unterbreiteten einander, sich marktschreierisch gegenseitig überbietend, Tauschangebote  – auch dies bedeutsames Element eines Sammelkartenspiels. Jeder Teilnehmer erhielt zudem ein eigens für dieses Turnier entworfenes Übersichtstableau verliehen. Stolzen Herzens zogen die Teens von dannen.

Terminvorschau:

- Am Freitag, 24. November, veranstalten wir unseren Sandwichabend: Es gibt selbstgemachte Eistees und die hochbeliebten herzhaften (wie süßen) Sandwiches im gemütlichen Ambiente unserer BAR.

Euer AWO-Jugendtreff-Team (Matthias und Michael Klebon, Andrea Mergel)

Einladung zur Gedenkstunde zum Volkstrauertag

Am Sonntag, den 19. November 2017 findet um 10.45 Uhr – im Anschluss an den Gottesdienst in der evangelischen Kirche - am Gefallenenehrenmal die Gedenkstunde zum Volkstrauertag statt. 

Ich darf Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, zu dieser Gedenkstunde herzlich einladen.

Ablauf:

Musikstück: Musikverein „Harmonie“

Gedenkrede: VdK-Vorsitzender Werner Köhl 

Liedvortrag: Gesangverein „Liederkranz“

Totenehrung und Kranzniederlegung

„Lied vom guten         Musikverein „Harmonie“

Kameraden“

Weihnachtsfeier für Senioren
am 10. Dezember 2017

Am Sonntag, 10. Dezember findet die diesjährige Weihnachtsfeier für Senioren statt. 

Veranstaltungsort wird wie in den letzten Jahren wieder die TV-Turnhalle sein, zu der ein Fahrdienst eingerichtet wird. 

Im Vordergrund steht auch 2017 das gesellige Miteinander, Zeit zum persönlichen Gespräch. 

In den nächsten Ausgaben wird über die Seniorenweihnachtsfeier ausführlicher berichtet. 

Herzlichst 

Ihr

Markus Rupp, Bürgermeister